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Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Kultus, Jugend und Sport
Aktenzeichen:31-6401.50/41
Erlassdatum:04.08.2006
Fassung vom:18.12.2008
Gültig ab:03.02.2009
Gültig bis:31.07.2010  Schriftgrafik ausserkraft
Quelle:Wappen Baden-Württemberg
Gliederungs-Nr:2204
Fundstelle:K. u. U. 2006, 268
 


Verwaltungsvorschrift Fachberaterinnen und Fachberater



Verwaltungsvorschrift vom 4. August 2006

Az.: 31-6401.50/41



Fundstelle: K. u. U. 2006, S. 268

Zuletzt geändert durch Verwaltungsvorschrift vom 18. Dezember 2008 (K. u. U. 2009, S. 46)





I. Geltungsbereich



Diese Verwaltungsvorschrift regelt Aufgaben und Stellung der Fachberaterinnen und Fachberater* für Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen und Sonderschulen sowie für allgemein bildende Gymnasien und berufliche Schulen.



II. Rechtsstellung



1.
Allgemeines


Die Fachberater sind besondere Schulaufsichtsbeamte im Sinne von § 37 Schulgesetz. Sie sind Teil der Schulaufsicht und unterstützen diese bei der Erfüllung ihrer Aufgaben; sie können auch für schulart- oder schulverwaltungsbezirksübergreifende Aufgaben bestellt werden. Im Rahmen der ihnen übertragenen Aufgaben handeln sie selbstständig und eigenverantwortlich. Sie sind berechtigt, die zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlichen Weisungen zu geben. Soweit ihnen die Aufgabe übertragen ist, im Rahmen der Schulentwicklung prozessbegleitend tätig zu sein, müssen sie über ihnen dabei zur Kenntnis gelangte vertrauliche Erkenntnisse Stillschweigen bewahren, soweit nicht Dienstpflichtverletzungen vorliegen.


2.
Aufgaben


Die Schulaufsichtsbehörden legen im Rahmen ihrer Zuständigkeit die Aufgaben und den Einsatz der ihnen zugeordneten Fachberater fest. Über die Einsatzplanung und Koordinierung der Fachberater an Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen, die für Beratungsfelder und in der Fortbildung eingesetzt werden, entscheiden die Anlaufstellen für Fortbildung und Beratung.


Die Fachberater dokumentieren ihre Tätigkeit gegenüber der zuständigen Schulaufsichtsbehörde. Die Schulaufsichtsbehörden können regionale Zuständigkeiten zuweisen.


Den Fachberatern können neben der Unterstützung der Schulverwaltung Aufgaben insbesondere in nachfolgenden Feldern übertragen werden:


2.1
Unterrichtsberatung, Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität des Unterrichts,


2.2
Schulberatung, Schulentwicklungsprozesse, insbesondere Qualitätsentwicklung und Selbstevaluation,


2.3
Lehrerbildung, insbesondere Lehrerfortbildung,


2.4
Arbeits- und Gesundheitsschutz,


2.5
Unterstützung der Schulleitung bei der Erstellung der dienstlichen Beurteilung der Lehrkräfte in besonders gelagerten Einzelfällen, ausgenommen an der eigenen Schule,


2.6
Frühförderung und Kooperation,


2.7
Mitwirkung bei Prüfungen,


2.8
projektbezogene Aufgaben, insbesondere im Rahmen der Lehr- und Bildungsplanentwicklung.


3.
Anforderungsprofil


Von einem Fachberater werden insbesondere erwartet:


besondere Qualifikationen im fachlichen, didaktisch-methodischen, pädagogischen und organisatorischen Bereich,


Fähigkeit und Bereitschaft, sich in Fragen der Lehrerbildung, insbesondere der Lehrerfortbildung, sowie der Schulentwicklung einzuarbeiten,


Aufgeschlossenheit für Innovationen,


Eigeninitiative,


umfassende kommunikative Kompetenzen,


Verständnis für Verwaltungsvorgänge und Führungsaufgaben in der Schule


sowie Bereitschaft zur kontinuierlichen eigenen Fortbildung im Sinne des Aufgabenprofils.


4.
Bestellung


4.1
Die Bestellung der Fachberater für Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen und Sonderschulen erfolgt durch die örtlich zuständige untere Schulaufsichtsbehörde.


Die obere Schulaufsichtsbehörde bestellt die ihr unmittelbar zugeordneten Fachberater.


4.2
Die Fachberater für allgemein bildende Gymnasien und berufliche Schulen werden im Auftrag des Kultusministeriums durch die oberen Schulaufsichtsbehörden bestellt.


4.3
Bei Fachberatern in den Fächern Katholische und Evangelische Religionslehre erfolgt die Bestellung im Benehmen mit den Kirchen.


4.4
Zum Fachberater kann auch bestellt werden, wer einen Teillehrauftrag hat. Bei Fachberatern, die entsprechend ihrem Teillehrauftrag eine anteilige Zulage erhalten, reduziert sich entsprechend der Aufgabenumfang.


III. Inkrafttreten



Diese Verwaltungsvorschrift tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.



Gleichzeitig tritt die Verwaltungsvorschrift vom 3. April 2001 (K.u.U. 2001, S. 215) außer Kraft.

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