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Einzelvorschrift
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Normgeber:Ministerium für Kultus, Jugend und Sport
Aktenzeichen:21-6740.3/1331
Erlassdatum:03.04.2017
Fassung vom:03.04.2017
Gültig ab:01.08.2017
Gültig bis:31.07.2018  Schriftgrafik ausserkraft
Quelle:Wappen Baden-Württemberg
Gliederungs-Nr:2206
Fundstelle:K. u. U. 2017, 41
 

1.5
Vertretungsregelungen, Lehrerreserve


Bei Ausfällen von Lehrkräften während des Schuljahres muss vorrangig der Pflichtunterricht erfüllt werden. Erforderlichenfalls sind dazu die über den Pflichtbereich hinausgehenden Unterrichtsangebote zu kürzen.


Besondere Verantwortung tragen die Schulen für Maßnahmen bei kurzfristigen Ausfällen. Dabei ist vor allem die Einhaltung der Unterrichtszeiten im Rahmen der Verlässlichen Grundschule, in der Grundschulstufe der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren sowie im Rahmen der Ganztagsschule zu berücksichtigen.


Wenn zwingende dienstliche Verhältnisse dies erfordern, ist bei Lehrerausfällen vorrangig zu prüfen, ob diese Lücken durch Mehrarbeit ausgeglichen werden können. Diese ist nach § 67 Absatz 3 des Landesbeamtengesetzes vorrangig durch spätere Dienstbefreiung auszugleichen. Ist Dienstbefreiung aus zwingenden dienstlichen Gründen nicht möglich, kann nach den Voraussetzungen des § 65 des Landesbesoldungsgesetzes Mehrarbeitsvergütung gewährt werden.


Für kurzfristige Vertretungen in der Grundschule, der Primarstufe der Gemeinschaftsschule beziehungsweise der Grundschulstufe der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren können Schulleitungen im Rahmen des „70-Stunden-Budgets“ direkt Verträge abschließen.


Mit der Lehrerzuweisung erhalten die oberen Schulaufsichtsbehörden beziehungsweise die unteren Schulaufsichtsbehörden Lehrerdeputate für Vertretungsfälle (Lehrerreserve), die gezielt bei längerfristigen Abwesenheitszeiten wegen Krankheit (das heißt Dauer von mehr als drei Wochen) und ähnlichem gegebenenfalls auch zur Vermeidung kurzfristiger Ausfälle in der Verlässlichen Grundschule und der Ganztagsschule einzusetzen sind. An den einzelnen Schularten sind mindestens in folgendem Umfang Deputate für die Lehrerreserve einzusetzen:


Grund-, Werkreal- und Hauptschulen (inklusive Grundschulen im Verbund mit Gemeinschaftsschulen)

521 Deputate




Realschulen

236 Deputate




Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren

140 Deputate




Gymnasien

330 Deputate




Gemeinschaftsschule (Sekundarstufe I)

129 Deputate




Berufliche Schulen

310 Deputate



Die unteren Schulaufsichtsbehörden können im Rahmen der ihnen zugewiesenen Deputate für ihren Bereich in begründeten Fällen Umschichtungen zwischen den Schularten vornehmen. Die Vertretungsreserven in den einzelnen Schularten können darüber hinaus im Bedarfsfall auch schulartübergreifend eingesetzt werden.


Die oberen Schulaufsichtsbehörden beziehungsweise die unteren Schulaufsichtsbehörden können unter Berücksichtigung der gesamten Unterrichtssituation weitere Deputate aus der Gesamtzuweisung der Lehrerreserve zuordnen.


Die Lehrerreserve wird zum Beginn des Schuljahres „Stammschulen“ zugewiesen. Die Stammschule hat diese Lehrerwochenstunden im Unterricht so einzuplanen, dass jederzeit in entsprechendem Umfang geeignete Vertretungslehrkräfte zur Verfügung gestellt werden können, die gegebenenfalls an andere Schulen abgeordnet werden. Die Abordnungen sollen in der Regel nicht unter drei Wochen liegen.


Weiterhin können nach Maßgabe der vorhandenen Mittel Verträge für Vertretungslehrkräfte durch die oberen Schulaufsichtsbehörden abgeschlossen werden. Im Rahmen der verfügbaren Mittel können auch Mehrarbeitsstunden (MAU-Stunden) vereinbart werden.


Außerdem können zur Gewinnung von längerfristig unabdingbar erforderlichen Vertretungsstunden auf Antrag im Rahmen freier Stellen Teilzeitbeschäftigungen erhöht und Beurlaubungen unterbrochen oder vorzeitig aufgehoben werden (vergleiche §§ 69 fortfolgend Landesbeamtengesetz).


Die Organisation der Lehrerreserve obliegt der oberen Schulaufsichtsbehörde beziehungsweise der unteren Schulaufsichtsbehörde; Anforderungen für längerfristige Ausfälle sind von der vom Ausfall betroffenen Schule an die zuständige Schulaufsichtsbehörde zu richten.



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