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Einzelnorm
Aktuelle Gesamtausgabe
Gesamtausgaben-ListeVorherige Fassung
Amtliche Abkürzung:LVO-KM
Ausfertigungsdatum:10.01.2012
Gültig ab:26.01.2012
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Baden-Württemberg
Fundstelle:GBl. 2012, 13
Gliederungs-Nr:2204
Verordnung des Kultusministeriums über die Laufbahnen seines Geschäftsbereichs
(Laufbahnverordnung Kultusministerium - LVO-KM)
Vom 10. Januar 2012
Zum 13.07.2020 aktuellste verfügbare Fassung der Gesamtausgabe
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: §§ 3, 7, 8 und 12 geändert, § 6 neu gefasst durch Verordnung vom 29. Januar 2020 (GBl. S. 22)

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Titel

Verordnung des Kultusministeriums über die Laufbahnen seines Geschäftsbereichs (Laufbahnverordnung Kultusministerium - LVO-KM) vom 10. Januar 201226.01.2012
Eingangsformel26.01.2012
§ 1 - Allgemeine Grundsätze18.05.2019
§ 2 - Erwerb der Laufbahnbefähigung für Lehrkräfte durch eine laufbahnqualifizierende Zusatzausbildung26.01.2012
§ 2a - Erwerb der Laufbahnbefähigung für den gehobenen Schuldienst durch eine laufbahnqualifizierende Zusatzausbildung01.08.2017
§ 3 - Erwerb der Laufbahnbefähigung von Lehrkräften für untere Klassen durch Berufserfahrung11.02.2020
§ 4 - Erwerb der Laufbahnbefähigung für Diplomlehrkräfte durch Berufserfahrung26.01.2012
§ 5 - Erwerb der Laufbahnbefähigung für die Laufbahn des höheren Schuldienstes in der Fachrichtung Religionslehre durch Berufserfahrung26.01.2012
§ 6 - Erwerb der Laufbahnbefähigung für den gehobenen Schuldienst der wissenschaftlichen Lehrämter für Fachlehrkräfte und Technische Lehrkräfte11.02.2020
§ 7 - Erwerb der Laufbahnbefähigung für den höheren beruflichen oder gymnasialen Schuldienst durch Aufstieg11.02.2020
§ 8 - Erwerb der Laufbahnbefähigung des gehobenen Schuldienstes für das Lehramt Werkreal-, Haupt- und Realschule und für das Lehramt Sonderpädagogik durch horizontalen Laufbahnwechsel11.02.2020
§ 9 - Probezeit26.01.2012
§ 10 - Laufbahnen des außerschulischen Bereichs01.03.2019
§ 11 - Erwerb der Laufbahnbefähigung für die Laufbahnen der höheren pädagogischen Fachrichtungen des außerschulischen Bereichs durch Aufstieg 26.01.2012
§ 12 - Inkrafttreten11.02.2020

Auf Grund von § 15 Absatz 4, § 16 Absatz 2, § 19 Absatz 5 Satz 2, § 21 Absätze 5 und 6, § 22 Absatz 4 des Landesbeamtengesetzes (LBG) vom 9. November 2010 (GBl. S. 793, 794) wird im Benehmen mit dem Finanz- und Wirtschaftsministerium, dem Wissenschaftsministerium und dem Innenministerium verordnet:

§ 1
Allgemeine Grundsätze

(1) Die Laufbahnbefähigung nach § 16 Absatz 1 Nummer 1 LBG für die Lehrerlaufbahnen wird nach Maßgabe der vom Kultusministerium nach § 35 Absatz 3 des Schulgesetzes für Baden-Württemberg (SchG) und § 16 Absatz 2 LBG erlassenen Ausbildungs- und Prüfungsordnungen erworben.

(2) Die Laufbahnbefähigung für eine Lehrerlaufbahn erwirbt auch, wer

1.

außerhalb von Baden-Württemberg einen Bildungsabschluss erworben hat, der einer in der Ausbildungs- und Prüfungsordnung nach Absatz 1 oder in dieser Verordnung für die betreffende Lehrerlaufbahn festgelegten Bildungsvoraussetzung gleichwertig ist und

2.

a) eine mindestens dreijährige, der Vorbildung entsprechende Berufstätigkeit als Lehrkraft in mindestens einem Unterrichtsfach (allgemein bildende Schulen), einer beruflichen Fachrichtung (berufliche Schulen) oder einer sonderpädagogischen Fachrichtung (Sonderpädagogik) nachweist oder

b) eine laufbahnqualifizierende Zusatzausbildung abgeschlossen hat.

Die Gleichwertigkeit der Bildungsvoraussetzung nach Satz 1 Nummer 1 setzt voraus, dass sich diese auf zwei Unterrichtsfächer (allgemein bildende Schulen), zwei berufliche Fachrichtungen oder eine berufliche Fachrichtung und ein Unterrichtsfach (berufliche Schulen) oder mindestens eine sonderpädagogische Fachrichtung und ein Unterrichtsfach (Sonderpädagogik) erstreckt. Die Berufstätigkeit nach Satz 1 Nummer 2 Buchstabe a und die laufbahnqualifizierende Zusatzausbildung nach Satz 1 Nummer 2 Buchstabe b müssen jeweils die Eignung zur selbständigen Wahrnehmung eines Amtes der angestrebten Lehrerlaufbahn vermitteln. Die Regelungen zum Laufbahnerwerb von Personen aus einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union, einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder aus einem Drittstaat, dem Deutschland und die Europäische Union vertraglich einen Anspruch auf Anerkennung von Berufsqualifikationen eingeräumt haben, bleiben hiervon unberührt.

(3) Laufbahnen pädagogischer Fachrichtung sind die Lehrerlaufbahnen nach Absatz 1, die nach dieser Verordnung eingerichteten Lehrerlaufbahnen sowie die Laufbahnen des außerschulischen Bereichs nach § 10 Absatz 1 bis 3.

(4) Wissenschaftliche Lehrkräfte im Sinne dieser Verordnung sind solche, für deren Laufbahn in der jeweiligen Ausbildungs- und Prüfungsordnung als Voraussetzung für die Zulassung zum Vorbereitungsdienst der Abschluss eines Studiengangs nach § 15 Absatz 1 Nummer 2 oder 3 LBG vorgeschrieben ist. Dazu gehören auch Lehrkräfte, die die Laufbahnbefähigung nach Absatz 2 erwerben und deren Bildungsvoraussetzungen denen einer wissenschaftlichen Lehrkraft im Sinne des Satzes 1 gleichwertig sind.

(5) Der horizontale Laufbahnwechsel nach § 21 LBG zwischen verschiedenen Lehrerlaufbahnen, die der gleichen Laufbahngruppe angehören, ist nur auf der Grundlage einer pädagogischen Nachqualifizierung möglich.

(6) Die Befähigung für eine Lehrerlaufbahn und für die Laufbahnen des außerschulischen Bereichs kann über eine mindestens dreijährige, der Vorbildung entsprechende Berufstätigkeit im Sinne von § 16 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe b LBG nur nach Maßgabe dieser Verordnung erworben werden.

§ 2
Erwerb der Laufbahnbefähigung für Lehrkräfte
durch eine laufbahnqualifizierende Zusatzausbildung

(1) Die Befähigung für die Laufbahn der wissenschaftlichen Lehrkraft erwirbt, wer nach Vorliegen der Bildungsvoraussetzungen eine laufbahnqualifizierende Zusatzausbildung erfolgreich abgeschlossen hat. Die laufbahnqualifizierende Zusatzausbildung beinhaltet eine zweijährige pädagogische Schulung und ein Jahr der Bewährung in der Schulpraxis der angestrebten Laufbahn. Auf das Bewährungsjahr im Anschluss an die Pädagogische Schulung kann verzichtet werden, wenn die Lehrkraft eine hauptberufliche Unterrichtspraxis von mindestens drei Jahren in der Laufbahn der Technischen Lehrkraft an beruflichen Schulen der gewerblichen Richtung nach Absatz 2 nachweisen kann.

(2) Die Befähigung für die Laufbahn der Technischen Lehrkraft an beruflichen Schulen der gewerblichen Richtung oder der landwirtschaftlichen Richtung besitzt, wer nach dem Bestehen der Meisterprüfung oder der staatlichen Prüfung für Techniker oder für Technische Assistenten oder einer vom Kultusministerium als gleichwertig anerkannten Abschlussprüfung mindestens fünf Jahre eine dieser Vorbildung entsprechende Tätigkeit ausgeübt und eine laufbahnqualifizierende Zusatzausbildung erfolgreich abgeschlossen hat. Die laufbahnqualifizierende Zusatzausbildung beinhaltet eine einjährige pädagogische Schulung.

(3) Die Befähigung für die Laufbahn der Technischen Lehrkraft an beruflichen Schulen der kaufmännischen Richtung oder der hauswirtschaftlichen Richtung besitzt, wer nach dem Bestehen der Abschlussprüfung der Fachschule für Bürowirtschaft in Baden-Württemberg oder des Berufskollegs für Ernährung und Hauswirtschaft II in Baden-Württemberg oder einer vom Kultusministerium als gleichwertig anerkannten Abschlussprüfung mindestens zwei Jahre eine dieser Vorbildung entsprechende Tätigkeit ausgeübt und eine laufbahnqualifizierende Zusatzausbildung erfolgreich abgeschlossen hat. Die laufbahnqualifizierende Zusatzausbildung beinhaltet eine einjährige pädagogische Schulung.

(4) Der erfolgreiche Abschluss der laufbahnqualifizierenden Zusatzausbildung wird durch eine Überprüfung in entsprechender Anwendung der formellen Prüfungsbestimmungen in der für die jeweilige Ziellaufbahn maßgeblichen Prüfungsordnung nachgewiesen. Für Technische Lehrkräfte an beruflichen Schulen der gewerblichen oder landwirtschaftlichen Richtung finden die formellen Prüfungsbestimmungen der Verordnung des Kultusministeriums über die Ausbildung und Prüfung der Technischen Lehrer an beruflichen Schulen (APrOTL) entsprechende Anwendung.

§ 2a
Erwerb der Laufbahnbefähigung
für den gehobenen Schuldienst durch eine
laufbahnqualifizierende Zusatzausbildung

(1) Die Befähigung für die Laufbahn des gehobenen Schuldienstes für das Lehramt Grundschule nach der Grundschullehramtsprüfungsordnung erwirbt, wer

1.

eine Laufbahnbefähigung für das Lehramt Gymnasium nach der Gymnasiallehramtsprüfungsordnung II oder für das Lehramt Werkreal-, Haupt- und Realschule nach der Werkreal-, Haupt- und Realschullehramtsprüfungsordnung II, der Realschullehrerprüfungsordnung II oder einer jeweils vorhergehenden Prüfungsordnung mit einem Gesamtnotendurchschnitt in der Zweiten Staatsprüfung von mindestens 3,5 erworben hat und

2.

die Lehrbefähigung in mindestens einem Fach, das in der Grundschule unterrichtet wird oder einem in der Grundschule unterrichteten Fach inhaltlich zugeordnet werden kann, besitzt oder eine Vertretungstätigkeit an einer Grundschule mindestens ein Schuljahr erfolgreich wahrgenommen hat und

3.

eine laufbahnqualifizierende Zusatzausbildung im Umfang von mindestens einem Schuljahr erfolgreich abgeschlossen hat.

(2) Die Befähigung für die Laufbahn des gehobenen Schuldienstes für das Lehramt Werkreal-, Haupt- und Realschule nach der Werkreal-, Haupt- und Realschullehramtsprüfungsordnung II oder für das Lehramt Sekundarstufe I erwirbt, wer

1.

eine Laufbahnbefähigung für das Lehramt Gymnasium nach der Gymnasiallehramtsprüfungsordnung II oder einer vorhergehenden Prüfungsordnung mit einem Gesamtnotendurchschnitt in der Zweiten Staatsprüfung von mindestens 3,5 erworben hat und

2.

die Lehrbefähigung in mindestens zwei Fächern, die in den Schularten der Sekundarstufe I unterrichtet werden oder einem in den Schularten der Sekundarstufe I unterrichteten Fach inhaltlich zugeordnet werden können, besitzt und

3.

eine laufbahnqualifizierende Zusatzausbildung im Umfang von mindestens einem Schuljahr erfolgreich abgeschlossen hat.

(3) Die laufbahnqualifizierende Zusatzausbildung beinhaltet eine pädagogische Schulung. Der erfolgreiche Abschluss der laufbahnqualifizierenden Zusatzausbildung wird durch eine Überprüfung in entsprechender Anwendung der formellen Prüfungsbestimmungen in der für die Ziellaufbahn maßgeblichen Prüfungsordnung und eine Bewertung durch den Schulleiter nachgewiesen.

§ 3
Erwerb der Laufbahnbefähigung von Lehrkräften
für untere Klassen durch Berufserfahrung

(1) Lehrkräfte mit einer nach dem Recht der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik erworbenen Lehrbefähigung als Lehrkraft für untere Klassen besitzen dann die Befähigung für die Laufbahn der Fachlehrkraft für musisch-technische Fächer, wenn

1.

sie unbefristet im öffentlichen Schuldienst in einem Land der Bundesrepublik Deutschland stehen,

2.

sich die Lehrbefähigung auf die Fächer Deutsch und Mathematik sowie ein Wahlfach erstreckt und

3.

sie eine mindestens dreijährige, dieser Vorbildung entsprechenden Berufstätigkeit im öffentlichen Schuldienst in einem Land der Bundesrepublik Deutschland und davon eine hauptamtliche Unterrichtspraxis im öffentlichen Schuldienst von mindestens zwei Schulhalbjahren in mindestens einem Fach nachweisen können, das einem der Ausbildungsfächer der Ziellaufbahn entspricht.

(2) Lehrkräfte mit einer nach dem Recht der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik erworbenen Lehrbefähigung als Lehrkraft für untere Klassen besitzen dann die Befähigung für die Laufbahn des Lehramts Grundschule, wenn sie

1.

die Voraussetzungen nach Absatz 1 Nummer 1 und 2 erfüllen und

2.

eine mindestens dreijährige, dieser Vorbildung entsprechenden Berufstätigkeit im öffentlichen Schuldienst in einem Land der Bundesrepublik Deutschland und davon nach bestandener oder anerkannter Ergänzungsprüfung in einem Unterrichtsfach der Ziellaufbahn eine hauptamtliche Unterrichtspraxis im öffentlichen Schuldienst von mindestens zwei Schulhalbjahren in mindestens einem Fach nachweisen können, das einem der Ausbildungsfächer der Ziellaufbahn entspricht.

(3) Ein nach dem Recht der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik erworbener Abschluss als Lehrkraft für untere Klassen wird nach bestandener abschließender Prüfung einer ergänzenden Ausbildung in einem Unterrichtsfach der Ziellaufbahn als gleichwertig mit den Bildungsvoraussetzungen nach § 15 Absatz 1 Nummer 2 LBG für die Laufbahn des Lehramts Grundschule anerkannt.

§ 4
Erwerb der Laufbahnbefähigung für Diplomlehrkräfte durch Berufserfahrung

(1) Lehrkräfte mit einer nach dem Recht der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik erworbenen Lehrbefähigung zur Diplomlehrkraft besitzen dann die Befähigung für die nach der Vereinbarung über die Anerkennung und Zuordnung der Lehrerausbildungsgänge der ehemaligen DDR zu herkömmlichen Laufbahnen (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 7. Mai 1993) zugeordnete Laufbahn, wenn

1.

sie unbefristet im öffentlichen Schuldienst in einem Land der Bundesrepublik Deutschland stehen,

2.

sich die Lehrbefähigung auf zwei Unterrichtsfächer (allgemein bildende Schulen), eine berufliche Fachrichtung sowie ein Unterrichtsfach (berufliche Schulen), oder eine sonderpädagogische Fachrichtung (Sonderschulen) erstreckt, die bei dem zugeordneten Lehramt in Baden-Württemberg jeweils zulässig sind beziehungsweise ist und

3.

sie eine mindestens dreijährige, dieser Vorbildung und der Ziellaufbahn entsprechenden Berufstätigkeit im öffentlichen Schuldienst in der Bundesrepublik Deutschland in mindestens einem Fach nachweisen können, das einem der Ausbildungsfächer der Ziellaufbahn entspricht.

(2) Ein bei dem zugeordneten Lehramt in Baden-Württemberg nicht zulässiges Unterrichtsfach kann durch eine bestandene oder anerkannte Ergänzungsprüfung in einem zulässigen Unterrichtsfach und eine anschließende hauptamtliche Unterrichtspraxis im öffentlichen Schuldienst in der Bundesrepublik Deutschland in diesem Fach im Umfang von mindestens zwei Schulhalbjahren ersetzt werden.

§ 5
Erwerb der Laufbahnbefähigung für die Laufbahn
des höheren Schuldienstes in der Fachrichtung Religionslehre durch Berufserfahrung

(1) Die Laufbahnbefähigung für den höheren Schuldienst in der Fachrichtung Religionslehre besitzt, wer

1.

als ordinierter Geistlicher evangelischen Bekenntnisses oder als Geistlicher römisch-katholischen Bekenntnisses, der die Priesterweihe empfangen hat, oder

2.

als Laientheologe, der ein theologisches Hochschulstudium an einer Hochschule im Sinne von § 15 Absatz 1 Nummer 3 Buchstabe a LBG mit der Wissenschaftlichen Theologieprüfung abgeschlossen sowie danach einen dem staatlichen Vorbereitungsdienst entsprechenden Vorbereitungsdienst absolviert und eine der Laufbahnprüfung entsprechende kirchliche Pädagogische Prüfung oder die Ausbildung zum Pastoralreferenten absolviert und die Zweite Dienstprüfung als Pastoralreferent abgelegt hat

und eine Berufstätigkeit nach § 16 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe b LBG nachweisen kann. Zeitdauer und Umfang der erforderlichen Unterrichtstätigkeit bestimmen sich durch die Vereinbarung mit den Kirchen. Der Vorbereitungsdienst nach Nummer 2, das Vikariat oder Zeiten des Pastoralkurses stellen eine der Vorbildung entsprechende Berufstätigkeit nach § 16 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe b LBG dar.

(2) Die Laufbahnbefähigung für den höheren Schuldienst an beruflichen Schulen in der Fachrichtung Evangelische Religionslehre besitzt auch, wer als graduierter Religionspädagoge ein Master-Aufbaustudium abgeschlossen hat und eine Berufstätigkeit nach § 16 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe b LBG nachweisen kann. Zeitdauer und Umfang der erforderlichen Unterrichtstätigkeit bestimmen sich durch die Vereinbarung mit den Kirchen.

§ 6
Erwerb der Laufbahnbefähigung für den gehobenen Schuldienst der wissenschaftlichen Lehrämter für Fachlehrkräfte und Technische Lehrkräfte

(1) Fachlehrkräfte und Technische Lehrkräfte können in die Laufbahn des gehobenen Schuldienstes für das Lehramt

1.

Grundschule,

2.

an Grund-, Haupt- und Werkrealschulen,

3.

Werkreal-, Haupt- und Realschule,

4.

Sonderpädagogik und

5.

an beruflichen Schulen

ernannt werden, sofern sie sich im Endamt ihrer Laufbahn befinden, in einer hauptberuflichen Unterrichtspraxis von mindestens zwölf Jahren in der bisherigen Laufbahn mindestens mit der Note 1,5 beurteilt wurden, sich in einer zweijährigen Unterrichtspraxis in der angestrebten Laufbahn bewährt und eine entsprechende Nachqualifizierung an einem Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte absolviert haben. Der erfolgreiche Abschluss der Nachqualifizierung wird durch eine Überprüfung in entsprechender Anwendung der für die jeweilige Ziellaufbahn maßgeblichen Prüfungsordnung nachgewiesen. Die Feststellung der Bewährung erfolgt durch die Schulleitung.

(2) Fachlehrkräfte und Technische Lehrkräfte können in die Laufbahn des gehobenen Schuldienstes für das Lehramt

1.

Grundschule,

2.

Werkreal-, Haupt- und Realschule und

3.

Sonderpädagogik,

ernannt werden, sofern sie den erfolgreichen Abschluss eines für diese Lehrämter geeigneten Studiums nachweisen, eine hauptberufliche Unterrichtspraxis von mindestens neun Jahren in der Laufbahn einer Fachlehrkraft oder Technischen Lehrkraft Sonderpädagogik oder einer diesen entsprechenden, vorhergehenden Laufbahn oder in der Laufbahn einer Fachlehrkraft für musisch-technische Fächer an einer öffentlichen Schule oder einer genehmigten oder anerkannten Ersatzschule vorweisen und sich dabei mindestens mit der Note 1,5 bewährt haben.

§ 7
Erwerb der Laufbahnbefähigung für den höheren
beruflichen oder gymnasialen Schuldienst durch Aufstieg

(1) Wissenschaftliche Lehrkräfte des gehobenen beruflichen und gymnasialen Schuldienstes können nach § 22 LBG in den höheren Schuldienst in ihren Schularten aufsteigen, wenn sie sich in mindestens einem Aufgabengebiet ihrer Laufbahn bewährt haben und durch eine Qualifizierungsmaßnahme (Aufstiegslehrgang) zusätzliche, über ihre Vorbildung und die bisherige Laufbahnbefähigung hinausgehende Kenntnisse und Fähigkeiten erworben haben, die ihnen die Wahrnehmung der Aufgaben der neuen Laufbahn ermöglichen.

(2) Für die Zulassung zu dem Aufstiegslehrgang müssen sich die Bewerberinnen und Bewerber zu Beginn der Qualifizierungsmaßnahme mindestens im vierten Dienstjahr befinden.

(3) Der dreijährige Aufstiegslehrgang wird berufsbegleitend angeboten. Er ist in zwei Phasen (erste Lehrgangsphase im ersten Jahr und zweite Lehrgangsphase im zweiten und dritten Jahr) unterteilt. Während der Qualifizierungsmaßnahme nehmen die Lehrkräfte eine Unterrichtsverpflichtung in Schularten oberhalb der Fachschulreife in einer Klasse des Berufskollegs, der Fachschule, des Beruflichen Gymnasiums, der Berufsoberschule oder der Oberstufe eines allgemein bildenden Gymnasiums wahr. Diese Verpflichtung beträgt in der ersten Lehrgangsphase in der Regel vier Unterrichtsstunden pro Woche und in der zweiten Lehrgangsphase in der Regel acht Unterrichtsstunden pro Woche. Mit dieser Unterrichtsverpflichtung wird der Nachweis der mindestens einjährigen erfolgreichen Wahrnehmung von überwiegenden Aufgaben der nächsthöheren Laufbahn (§ 22 Absatz 1 Nummer 3 LBG) erbracht.

(4) Für wissenschaftliche Lehrkräfte des gehobenen beruflichen und gymnasialen Schuldienstes, die eine hauptberufliche Unterrichtspraxis von mindestens zehn Jahren in der bisherigen Laufbahn vorweisen können, wird berufsbegleitend ein einjähriger Aufstiegslehrgang angeboten. Im Anschluss daran haben sich die Lehrkräfte ein Jahr in der Schulpraxis der angestrebten Laufbahn zu bewähren. Die Unterrichtsverpflichtung im Bewährungsjahr muss überwiegend in Schularten oberhalb der Fachschulreife in einer Klasse des Berufskollegs, der Fachschule, des Beruflichen Gymnasiums, der Berufsoberschule oder der Oberstufe eines allgemein bildenden Gymnasiums erbracht werden.

(5) Die Teilnahme am Lehrgang kann auf Antrag unterbrochen werden jeweils bis zu einem Jahr wegen Krankheit oder wegen Beurlaubung sowie insgesamt bis zu drei Jahre wegen Schwangerschaft, Eltern- oder Pflegezeiten. Dauert die Unterbrechung länger, wird die Teilnahme an dem Lehrgang abgebrochen; soll der Lehrgang fortgesetzt werden, ist eine erneute Bewerbung nötig.

(6) Der erfolgreiche Abschluss des Aufstiegslehrgangs wird durch eine Überprüfung in entsprechender Anwendung der formellen Prüfungsbestimmungen in der für die jeweilige Ziellaufbahn maßgeblichen Prüfungsordnung nachgewiesen.

(7) Die Absätze 1, 3 bis 6 finden auf Lehrkräfte mit der Laufbahnbefähigung für das Lehramt Werkreal-, Haupt- und Realschule und auf Lehrkräfte mit der Laufbahnbefähigung für das Lehramt Sonderpädagogik oder einer diesen entsprechenden, vorhergehenden Laufbahnbefähigung, die an Gymnasien oder an beruflichen Schulen eingesetzt sind, entsprechend Anwendung. Für die Zulassung zu dem Aufstiegslehrgang müssen sich die Bewerberinnen und Bewerber zu Beginn der Qualifizierungsmaßnahme mindestens im vierten Dienstjahr befinden und davon mindestens zwei Dienstjahre an einem Gymnasium oder an einer beruflichen Schule unterrichtet haben.

§ 8
Erwerb der Laufbahnbefähigung des gehobenen Schuldienstes für das Lehramt
Werkreal-, Haupt- und Realschule und für das Lehramt Sonderpädagogik durch horizontalen Laufbahnwechsel

(1) Lehrkräfte mit der Laufbahnbefähigung für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Werkrealschulen nach der Verordnung über den Vorbereitungsdienst und die Zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Werkrealschulen oder einer entsprechenden Laufbahnbefähigung nach einer vorhergehenden Prüfungsordnung, die

1.

an einer Realschule Tätigkeiten einer Lehrkraft mit der Laufbahnbefähigung für das Lehramt an Realschulen nach der Realschullehrerprüfungsordnung II oder für das Lehramt Werkreal-, Haupt- und Realschule nach der Werkreal-, Haupt- und Realschullehramtsprüfungsordnung II ausüben,

2.

für ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum Tätigkeiten einer Lehrkraft mit der Laufbahnbefähigung für das Lehramt an Sonderschulen nach der Sonderschullehrerprüfungsordnung II oder für das Lehramt Sonderpädagogik nach der Sonderpädagogiklehramtsprüfungsordnung II ausüben,

3.

an einer Gemeinschaftsschule in der Sekundarstufe I unterrichten oder

4.

an einer Haupt- und Werkrealschule unterrichten und ab dem auf den Beginn des Lehrgangs nach Absatz 2 folgenden Schuljahr an einer Realschule Tätigkeiten einer Lehrkraft mit der Laufbahnbefähigung für das Lehramt Werkreal-, Haupt- und Realschule nach der Werkreal-, Haupt- und Realschullehramtsprüfungsordnung II ausüben oder an einer Gemeinschaftsschule in der Sekundarstufe I unterrichten sollen

und mit den jeweiligen Tätigkeiten voraussichtlich dauerhaft, gemessen an der individuell festgesetzten, wöchentlichen Unterrichtsverpflichtung, überwiegend beschäftigt werden, können mit der erfolgreichen Teilnahme an einem Lehrgang nach Absatz 2 bei einer Beschäftigung mit Tätigkeiten nach Satz 1 Nummer 1, 3 und 4 die Laufbahnbefähigung für das Lehramt Werkreal-, Haupt- und Realschule nach der Werkreal-, Haupt- und Realschullehramtsprüfungsordnung II und bei einer Beschäftigung mit Tätigkeiten nach Satz 1 Nummer 2 die Laufbahnbefähigung für das Lehramt Sonderpädagogik nach der Sonderpädagogiklehramtsprüfungsordnung II erwerben (Ziellaufbahnen). Voraussetzung für die Lehrgangsteilnahme ist für Lehrkräfte nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 bis 3, dass die Lehrkraft die Tätigkeiten, gemessen an der individuell festgesetzten, wöchentlichen Unterrichtsverpflichtung, überwiegend ausübt oder im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre ausgeübt hat.

(2) Die Lehrgänge bestehen aus einer Einführung in die Aufgaben der neuen Laufbahn durch die Schulleitung der Realschule, des sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums oder der Gemeinschaftsschule (Zielschularten) und einer Qualifizierungsmaßnahme nach § 1 Absatz 5. Für Rektorinnen und Rektoren sowie Konrektorinnen und Konrektoren soll die Einführung durch das Staatliche Schulamt erfolgen. Die Lehrgangsdauer beträgt für Lehrkräfte nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 bis 3 ein Jahr. Für Lehrkräfte nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 findet die Qualifizierungsmaßnahme nach § 1 Absatz 5 in der Regel während der Tätigkeit an der Haupt- und Werkrealschule statt, das Einführungsjahr beginnt mit der Aufnahme der Beschäftigung an der Realschule mit Tätigkeiten einer Lehrkraft mit der Laufbahnbefähigung für das Lehramt Werkreal-, Haupt- und Realschule nach der Werkreal-, Haupt- und Realschullehramtsprüfungsordnung II oder an der Gemeinschaftsschule in der Sekundarstufe I; der Lehrgang endet mit dem Ende des Einführungsjahres.

(3) Die Qualifizierungsmaßnahme nach Absatz 2 wird für Lehrkräfte nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 durch das Bestehen eines fachdidaktischen Kolloquiums, für Lehrkräfte nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 und 4 durch das Bestehen eines fachdidaktischen Kolloquiums und einer unterrichtspraktischen Prüfung abgeschlossen; die Vergabe einer Note erfolgt hierbei nicht. Die Durchführung des fachdidaktischen Kolloquiums und der unterrichtspraktischen Prüfung erfolgt in entsprechender Anwendung der für die jeweilige Ziellaufbahn maßgeblichen Prüfungsordnung.

(4) Lehrkräfte mit der Laufbahnbefähigung für das Lehramt an Grund-, Haupt-und Werkrealschulen nach der Verordnung über den Vorbereitungsdienst und die Zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Werkrealschulen oder einer entsprechenden Laufbahnbefähigung nach einer vorhergehenden Prüfungsordnung, die an Schulen besonderer Art nach § 107 SchG in schulartspezifischen Klassen (Sekundarstufe I) Tätigkeiten einer Lehrkraft mit der Laufbahnbefähigung für das Lehramt Werkreal-, Haupt- und Realschule nach der Werkreal-, Haupt- und Realschullehramtsprüfungsordnung II oder für das Lehramt an Realschulen nach der Realschullehrerprüfungsordnung II ausüben, können an dem Lehrgang für Lehrkräfte nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 teilnehmen. Sind Lehrkräfte nach Satz 1 nicht in schulartspezifischen Klassen tätig, können sie an dem Lehrgang für Lehrkräfte nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 teilnehmen. Absatz 1 Satz 2 gilt entsprechend.

(5) Lehrkräfte mit der Laufbahnbefähigung für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Werkrealschulen nach der Verordnung über den Vorbereitungsdienst und die Zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Werkrealschulen oder einer entsprechenden Laufbahnbefähigung nach einer vorhergehenden Prüfungsordnung, die seit mindestens einem Jahr

1.

als Ausbilderinnen und Ausbilder in der Qualifizierungsmaßnahme nach Absatz 2 eingesetzt sind,

2.

als Ausbilderinnen und Ausbilder an einem Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte (Werkreal-, Haupt- und Realschulen) gemessen an ihrem dortigen Lehrauftrag überwiegend in der Ausbildung von Lehrkräften für das Lehramt Werkreal-, Haupt- und Realschule nach der Werkreal-, Haupt- und Realschullehramtsprüfungsordnung II eingesetzt sind,

3.
a)

als Fachberaterinnen und Fachberater für Unterrichtsentwicklung beziehungsweise Schulentwicklung,

b)

in der Schulaufsicht bei einem Staatlichen Schulamt, einem Regierungspräsidium oder dem Kultusministerium,

c)

in anderen Bereichen in der Schulverwaltung, insbesondere dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung oder dem Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg oder

d)

beim Landesmedienzentrum

überwiegend für die jeweilige Zielschulart eingesetzt sind oder

4.

als Dozentinnen und Dozenten der Pädagogischen Hochschulen des Landes gemessen an ihrem dortigen Lehrauftrag überwiegend im Studiengang Sekundarstufe I oder in sonderpädagogischen Studiengängen eingesetzt sind,

können an einem der Lehrgänge nach Absatz 2 oder 6 für diejenige Zielschulart teilnehmen, für die sie eingesetzt sind. Die Einführung in die Aufgaben der neuen Laufbahnen nach Absatz 2 Satz 1 findet in den Fällen des Satzes 1 Nummer 1 und 2 durch die Seminarleitung, in den Fällen des Satzes 1 Nummer 3 Buchstabe a, b sowie d und 4 durch die Schulaufsicht sowie in den Fällen des Satzes 1 Nummer 3 Buchstabe c durch die jeweilige Leitung statt.

(6) Lehrkräfte mit der Laufbahnbefähigung für das Lehramt an Grund-, Haupt-und Werkrealschulen nach der Verordnung über den Vorbereitungsdienst und die Zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Werkrealschulen oder einer entsprechenden Laufbahnbefähigung nach einer vorhergehenden Prüfungsordnung, die an einer Haupt- und Werkrealschule oder an einer Gemeinschaftsschule unterrichten und zukünftig als Lehrkraft mit der Befähigung für das Lehramt Sonderpädagogik eingesetzt werden sollen, können durch den erfolgreichen Abschluss eines zweijährigen Aufbaustudiums an einer Pädagogischen Hochschule des Landes für die zukünftige, voraussichtlich dauerhafte Beschäftigung als Lehrkraft mit der Laufbahnbefähigung für das Lehramt Sonderpädagogik nach der Sonderpädagogiklehramtsprüfungsordnung II die Laufbahnbefähigung für dieses Lehramt erwerben. Das Aufbaustudium findet in der Regel während der Tätigkeit an der Haupt- und Werkrealschule statt; die Einführung in die Aufgaben der neuen Laufbahn erfolgt im Rahmen dieses Aufbaustudiums an der Pädagogischen Hochschule. Inhalte und Abschluss des Aufbaustudiums werden in entsprechenden Studien- und Prüfungsordnungen der Pädagogischen Hochschulen geregelt.

(7) Die Teilnahme an den Qualifizierungsmaßnahmen nach Absatz 2 wird von den jeweiligen Seminaren für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte bescheinigt. Das Ergebnis der Prüfungen nach Absatz 3 Satz 1 wird durch das Landeslehrerprüfungsamt oder der Erwerb des Studienabschlusses nach Absatz 6 von den Pädagogischen Hochschulen mitgeteilt. Eine Empfehlung über die Befähigung für die neue Laufbahn wird bei den Lehrgängen nach Absatz 2 grundsätzlich von der für die Einführung zuständigen Person oder Stelle am Ende des Einführungsjahrs abgegeben. Auf Grundlage der jeweiligen Bescheinigung und gegebenenfalls der Mitteilung des Prüfungsergebnisses sowie bei den Lehrgängen nach Absatz 2 einer Empfehlung entscheidet der oder die Dienstvorgesetzte abschließend über den Erwerb der Befähigung für die neue Laufbahn.

(8) § 7 Absatz 5 gilt entsprechend.

(9) Wird die Befähigung für die neue Laufbahn am Ende der Einführung nach Absatz 2 mangels entsprechender Empfehlung nach Absatz 7 nicht festgestellt, kann der Lehrgang vom Dienstvorgesetzten einmal um ein halbes Jahr verlängert werden. Am Ende des Verlängerungszeitraums wird eine erneute Empfehlung nach Absatz 7 abgegeben. Werden das fachdidaktische Kolloquium oder die unterrichtspraktische Prüfung nach Absatz 3 Satz 1 nicht bestanden, können diese einmal wiederholt werden; dazu kann der Lehrgang vom Dienstvorgesetzten in Abstimmung mit dem Landeslehrerprüfungsamt längstens um ein halbes Jahr verlängert werden. Bestandene Prüfungen nach Absatz 3 Satz 1 beziehungsweise eine positive Empfehlung nach Absatz 7 bleiben für den jeweiligen Lehrgang gültig. Werden das fachdidaktische Kolloquium oder die unterrichtspraktische Prüfung in der Wiederholung nicht bestanden beziehungsweise kann eine entsprechende Empfehlung am Ende des Verlängerungszeitraums nach Satz 1 nicht abgegeben werden, ist die jeweilige Laufbahnbefähigung nicht erworben und eine erneute Bewerbung für den jeweiligen Lehrgang notwendig.

§ 9
Probezeit

(1) Abweichend von § 19 Absatz 5 Satz 1 LBG ist von Lehrkräften eine Mindestprobezeit von einem Jahr abzuleisten.

(2) Eine weit überdurchschnittliche Bewährung im Sinne von § 19 Absatz 2 Nummer 1 LBG liegt bei Lehrkräften dann vor, wenn die Leistungen in den Probezeitbeurteilungen jeweils mit mindestens der Note 1,5 bewertet wurden.

(3) Ein Erwerb der Laufbahnbefähigung mit hervorragendem Ergebnis im Sinne von § 19 Absatz 2 Nummer 2 LBG liegt bei Lehrkräften vor, sofern sie die Laufbahnprüfung mit mindestens der Note 1,4 abgelegt haben.

§ 10
Laufbahnen des außerschulischen Bereichs

(1) In die Laufbahnen der pädagogischen Fachrichtung des außerschulischen Bereichs

1.

des Schulbauernhofs,

2.

des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung,

3.

des Instituts für Bildungsanalysen Baden-Württemberg oder

4.

des Landesmedienzentrums

kann ernannt werden, wer die Befähigung für eine Laufbahn der wissenschaftlichen Lehrkräfte an Schulen besitzt und sich nach Erwerb dieser Laufbahnbefähigung mindestens drei Jahre im Schuldienst bewährt hat.

(2) In die Laufbahnen der pädagogischen Fachrichtung des außerschulischen Bereichs der Seminare für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte kann ernannt werden, wer die Befähigung für eine Laufbahn der wissenschaftlichen Lehrkräfte an Schulen besitzt und sich nach Erwerb dieser Laufbahnbefähigung mindestens fünf Jahre im Schuldienst bewährt hat. Die Bestimmungen der Landesbesoldungsordnung A der Anlage 1 zu § 28 des Landesbesoldungsgesetzes Baden-Württemberg zu den Ämtern am Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte (Fachseminar für Sonderpädagogik und am Pädagogischen Fachseminar) bleiben davon unberührt.

(3) In die Laufbahnen der pädagogischen Fachrichtung der Schulaufsichtsbehörden kann ernannt werden, wer

1.

die Befähigung für eine Laufbahn der wissenschaftlichen Lehrkräfte an Schulen besitzt,

2.

sich nach Erwerb dieser Laufbahnbefähigung mindestens fünf Jahre im Schuldienst bewährt und

3.

zwei Jahre erfolgreich Tätigkeiten der angestrebten Laufbahn wahrgenommen hat.

Fehlende Bewährungszeiten im Schuldienst können durch zusätzliche Zeiten nach Satz 1 Nummer 3 ausgeglichen werden. Auf die erforderlichen Zeiten nach Satz 1 Nummer 3 können Zeiten einer Tätigkeit als Schulleiter oder als stellvertretender Schulleiter höchstens bis zu 18 Monate und Zeiten einer Tätigkeit auf einer anderen Ebene der Schulaufsicht in vollem Umfang angerechnet werden.

(4) Abweichend von Absatz 1 kann in das Amt

1.

eines Landwirtschaftlichen Direktors bei einem Schulbauernhof auch ernannt werden, wer ein Studium der Landwirtschaft, Agrarwirtschaft oder Agrarwissenschaft an einer Hochschule abgeschlossen und mindestens drei Jahre erfolgreich Tätigkeiten der angestrebten Laufbahn wahrgenommen hat,

2.

eines Fachbereichsdirektors am Landesmedienzentrum als Leiter eines Fachbereichs auch ernannt werden, wer die Befähigung für das Richteramt besitzt.

(5) Das Kultusministerium erkennt im Benehmen mit dem Wissenschaftsministerium nach § 15 Absatz 4 LBG die Gleichwertigkeit des landwirtschaftlichen, agrarwirtschaftlichen oder agrarwissenschaftlichen Abschlusses an einer Fachhochschule mit den Bildungsvoraussetzungen nach § 15 Absatz 1 Nummer 3 Buchstabe b LBG für das Amt eines landwirtschaftlichen Direktors an einem Schulbauernhof an.

§ 11
Erwerb der Laufbahnbefähigung für die Laufbahnen
der höheren pädagogischen Fachrichtungen des außerschulischen Bereichs durch Aufstieg

Die Laufbahnvoraussetzungen von § 10 Absatz 1 bis 3 gelten abweichend von § 22 Absatz 1 Nummer 1 bis 3 LBG entsprechend für den Aufstieg der Lehrkräfte aus den Laufbahnen des gehobenen Dienstes in die Laufbahnen der pädagogischen Fachrichtung des außerschulischen Bereichs.

§ 12
Inkrafttreten*)

Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung in Kraft.

STUTTGART, den 10. Januar 2012

WARMINSKI-LEITHEUSSER

Fußnoten

*)

Diese Vorschrift bezieht sich auf die Verordnung in der ursprünglichen Fassung vom 10. Januar 2012 (GBl. S. 13).


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