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Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Kultus, Jugend und Sport
Aktenzeichen:IV-2-7070/182
Erlassdatum:02.08.1983
Fassung vom:02.08.1983
Gültig ab:02.08.1983
Gültig bis:01.11.2009  Schriftgrafik ausserkraft
Grund des Außerkrafttretens
Quelle:Wappen Baden-Württemberg
Gliederungs-Nr:2218-4
Fundstelle:K. u. U. 1983, 545
 


Organisatorischer Aufbau der Schule für
Geistigbehinderte (Sonderschule)



Verwaltungsvorschrift vom 2. August 1983
IV-2-7070/182



Fundstelle: K.u.U. 1983, S. 545





Bei der Gestaltung der Schulen für Geistigbehinderte ist nach folgenden Grundsätzen zu verfahren:



I.
Größe


Ein öffentliches Bedürfnis für die Einrichtung einer Schule für Geistigbehinderte gemäß § 27 Abs. 2 in Verbindung mit § 15 Abs. 1 Ziff. 3 SchG liegt in der Regel vor, wenn mindestens drei Gruppen gebildet werden können.



II.
Aufbau


1.
Die Schule für Geistigbehinderte gliedert sich in Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe und Werkstufe.
2.
Die Gruppen sollen nach Stufen getrennt eingerichtet werden.
Sie werden unter Berücksichtigung pädagogisch-psychologischer Kriterien zusammengestellt. Entscheidend können dabei neben dem Lebensalter zum Beispiel das individuelle Lernverhalten, die körperliche und seelische Entwicklung sowie das Sozialverhalten sein.
Geistigbehinderte Schüler mit besonders hohen Förderbedürfnissen sollen nicht auf Dauer in eigenen Gruppen zusammengefaßt werden.


III.
Unterrichtszeit


Die Schule für Geistigbehinderte ist eine Ganztagesschule. Bei der Erstellung der Stundenpläne sind die im Bildungsplan ausgewiesenen Lernbereiche gleichgewichtig auf allen Stufen zu berücksichtigen, weil die Schüler unabhängig von Art und Schwere der Behinderung in der Regel alle Schulstufen durchlaufen. Unabhängig davon sind jedoch fünf Wochenstunden Sport und zwei Wochenstunden Religion an allen Stufen gesondert auszubringen. Der Lernbereich "Basale Förderung" ist in den drei anderen Lernbereichen enthalten.

Diese gleichgewichtige, stufenunabhängige Berücksichtigung aller Lernbereiche bezieht sich auch auf die individuell erforderlichen Einzelmaßnahmen.

Die Unterrichtszeit umfaßt an vier Tagen der Woche acht Unterrichtsstunden in wenigstens drei Unterrichtsblöcken und an einem Wochentag vier Unterrichtsstunden in wenigstens zwei Unterrichtsblöcken. Zwischen den einzelnen Unterrichtsblöcken sind Pausen vorzusehen; an Tagen mit acht Unterrichtsstunden insgesamt mindestens 45 Minuten. Das tägliche Mittagessen in der Schule ist dem Lernbereich "Selbstversorgung" zugeordnet.



IV.
Lehrer


Lehrer an den Schulen für Geistigbehinderte sind

-
Sonderschullehrer
-
Fachlehrer an Schulen für Geistigbehinderte sowie zur Vorbereitung auf die Laufbahn des Fachlehrers Erziehungskräfte mit überwiegender Lehrtätigkeit
-
Technische Lehrer an Schulen für Geistigbehinderte sowie Fachkräfte mit Meisterprüfung zur Vorbereitung auf die Laufbahn des Technischen Lehrers
-
sonstige Lehrkräfte (zum Beispiel Krankengymnasten).

Die Wahrnehmung aller im Bildungsplan der Schule für Geistigbehinderte geforderten Aufgabenstellungen ist angesichts der ungleichartigen Lernmöglichkeiten geistigbehinderter Schüler nur durch eine enge und ständige Zusammenarbeit der Fach-/Technischen Lehrer und Sonderschullehrer möglich.

Die Vielschichtigkeit der wahrzunehmenden Aufgaben an einer Schule für Geistigbehinderte verlangt eine sorgfältige Aufgabenverteilung zwischen allen Lehrkräften an der Schule. Unbeschadet dieser Feststellung übernehmen Fachlehrer / Technische Lehrer und Sonderschullehrer grundsätzlich in gleicher Weise Unterrichtsaufgaben wie Unterricht in den Gruppen, Einzelunterricht, Führung von Leistungs- und Neigungsgruppen.

Ferner gehören zu den gemeinsam verantworteten Aufgaben die Umsetzung des Bildungsplans, die Elternarbeit und die damit eng zusammenhängende Frühberatung und Frühförderung.

Darüber hinaus hat sich der Sonderschullehrer in besonderer Weise unter anderem folgender Aufgaben anzunehmen:

-
Übernahme von Unterricht mit besonderen Anforderungen
-
Koordinationsaufgaben bei der Umsetzung des Bildungsplans
-
Erstellung förderdiagnostischer Gutachten und Förderprogramme
-
Beratung der Fachlehrer/Technischen Lehrer.


V.
Sonstiges Personal


Die Einstellung des sonstigen Personals, insbesondere der erforderlichen betreuenden Kräfte, obliegt dem Schulträger (§ 48 Abs. 1 und 2 SchG).



VI.
Inkrafttreten


Die Verwaltungsvorschrift tritt mit der Veröffentlichung in Kraft. Gleichzeitig treten die Richtlinien über den organisatorischen Aufbau der Sonderschule für bildungsschwache Kinder und Jugendliche vom 21. August 1967 (K.u.U. S. 933) außer Kraft.



 


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