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Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Kultus, Jugend und Sport
Aktenzeichen:6661.3/250, 41-6503.200/24
Erlassdatum:08.12.2003
Fassung vom:11.05.2016
Gültig ab:01.09.2016
Gültig bis:31.08.2016  Schriftgrafik ausserkraft
Quelle:Wappen Baden-Württemberg
Gliederungs-Nr:2220
Fundstelle:K. u. U. 2004, 21, ber. S. 53
 


Blockunterricht an den Berufsschulen in Baden-Württemberg
und Zuwendungen an Schülerinnen und Schüler



Verwaltungsvorschrift vom 8. Dezember 2003



Aktenzeichen:

41-6503.200/24


6661.3/250



Fundstelle: K. u. U. 2004, S. 21, ber. S. 53

Zuletzt geändert durch Verwaltungsvorschrift vom 11.05.2016 (K. u. U. 2016, S. 208)





I. Allgemeines



Blockunterricht ist eine Organisationsform des Teilzeitunterrichts. Zu Blockunterricht soll übergegangen werden, wenn auf diese Weise eine bessere Koordination schulischer und betrieblicher Ausbildungsphasen möglich wird oder günstigere Voraussetzungen für die Organisation innerbetrieblicher und überbetrieblicher Ausbildungsveranstaltungen geschaffen werden können. Die Einführung von Blockunterricht bedarf der Genehmigung durch die Oberen Schulaufsichtsbehörden. Vor der Einführung von Blockunterricht soll das Einvernehmen mit dem dualen Partner hergestellt werden; der Schulträger ist zu unterrichten.





II. Gestaltung des Blockunterrichts



1.
Stundenzahl pro Schuljahr
Die Zahl der pro Schuljahr in Blockunterrichtsform zu erteilenden Unterrichtsstunden soll, entsprechend der Stundentafelvorgabe bei wöchentlichem Teilzeitunterricht, 520 Unterrichtsstunden betragen.
Die Schulen streben die Erfüllung dieser Sollstundenvorgabe an.
12 Wochen Blockunterricht pro Schuljahr dürfen nicht unterschritten werden.


2.
Wöchentliche und tägliche Stundenzahl
Die Anzahl der Blockwochen pro Schuljahr ist so festzulegen, dass mindestens 33 Unterrichtsstunden (Pflicht- und Wahlpflichtunterricht) pro Blockwoche und höchstens 8 Unterrichtsstunden pro Tag erteilt werden.
Dabei soll das Fach Sport im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts mit zwei Unterrichtsstunden pro Blockwoche oder als Arbeitsgemeinschaft angeboten werden.


3.
Länge der Unterrichtsblöcke
Ein Block dauert in der Regel vier Wochen. Als Obergrenze sind Blocklängen von bis zu sechs Wochen zulässig, solange nur 12 Wochen Blockunterricht pro Schuljahr erteilt werden können.
In jedem Fall sollen die Unterrichtsblöcke ganze Wochen umfassen.


4.
Ferienregelungen
Grundsätzlich sind auch bei Blockunterricht die allgemeinen Ferientermine einzuhalten.
Um zu vermeiden, dass einzelne Wochen durch Ferien vom Block abgetrennt werden, können die Regelblocklängen um jeweils eine Woche gekürzt oder verlängert werden.


5.
Landeseinheitliche Abschlussprüfungen
Die Termine für die landeseinheitlichen Abschlussprüfungen gemäß den Vereinbarungen über die gemeinsame Durchführung der Schulabschlussprüfung und des schriftlichen Teils der Abschlussprüfung in anerkannten Ausbildungsberufen werden in den betreffenden gemeinsamen Kommissionen festgelegt. Findet bei nicht landeseinheitlich geprüften Berufen die Schulabschlussprüfung am Ende des letzten Unterrichtsblocks statt, so soll dieser Block möglichst nahe an den Termin der Ausbildungsabschlussprüfung vor dem Prüfungsausschuss der zuständigen Stelle gelegt werden.


6.
Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte im Blockunterricht
Die Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte im Blockunterricht kann für die Länge eines Blockes bis zu drei Unterrichtsstunden mehr oder weniger als bei entsprechendem Teilzeitunterricht betragen, wenn ein entsprechender Ausgleich in einem der nächsten Blöcke erfolgt.




III. Zuwendungen an Schülerinnen und Schüler



1.
Zuwendungszweck, Rechtsgrundlage, Zuwendungsempfänger
Berufsschülerinnen und Berufsschüler aus Baden-Württemberg, die den Blockunterricht in einer Landes-, Landesbezirks- oder Bezirksfachklasse in Baden-Württemberg oder einer entsprechenden Fachklasse in einem anderen Bundesland besuchen und während der Zeit vorübergehend am Schulort wohnen müssen, können als freiwillige Leistung des Landes einen Zuschuss zu den Kosten für die auswärtige Unterkunft einschließlich Verpflegung im Rahmen der nach dem Staatshaushaltsplan verfügbaren Mittel* nach Maßgabe dieser Verwaltungsvorschrift und den VV zu §§ 44, 44a LHO erhalten. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht.


2.
Zuwendungsvoraussetzungen für die Projektförderung
Ein Zuschuss wird Berufsschülerinnen und Berufsschülern gewährt, die


2.1
nach Maßgabe des Schulgesetzes für Baden-Württemberg (SchG) im Land schulpflichtig sind oder die Berufsschule freiwillig besuchen (§ 78 Abs.1 und 2 SchG),


2.2
für die tägliche An- und Rückfahrt vom Wohnort zur Schule bei Benutzung der günstigsten Verkehrsverbindungen einen Zeitaufwand von insgesamt mehr als zwei Stunden hätten,


2.3
keine Berufsausbildungsbeihilfe oder andere finanzielle Leistungen nach dem Arbeitsförderungsgesetz erhalten.


3.
Form der Zuwendung
Die Förderung erfolgt als Festbetragsfinanzierung an den Kosten der auswärtigen Unterkunft und Verpflegung.


4.
Höhe der Zuwendung


4.1


Der Zuschuss beträgt bei Unterbringung in einem Wohnheim oder in einer von der Schule – ggf. in Verbindung mit dem Schulträger, einem Berufsverband oder dgl. – empfohlenen oder bereitgestellten sonstigen Unterkunft

     12 EUR pro Tag.



Eine sonstige Unterkunft kann von der Schule nur dann empfohlen werden, wenn Plätze in Wohnheimen nicht oder nicht in genügender Zahl zur Verfügung stehen.





4.2


Nimmt eine Schülerin oder ein Schüler aus persönlichen Gründen eine nach Nr. 4.1 bereitstehende Unterkunft nicht an, sondern ist anderweitig unterbracht, beträgt der Zuschuss

2,56 EUR pro Tag.






5.
Sonstige Zuwendungsbestimmungen


5.1
Der Zuschuss wird für die Dauer der auswärtigen Unterbringung während des jeweiligen Unterrichtsblocks, ggf. zuzüglich An- und Abreisetag sowie Prüfungstagen aus Anlass der schulischen Abschlussprüfung, gewährt. Ferientage, Sonn- und Feiertag sowie schulfreie Samstage während des Unterrichtsblocks sind bezuschussungsfähig. Muss die auswärtige Unterbringung ohne Verschulden des Schülers unterbrochen oder abgebrochen werden (z.B. wegen Krankheit) und müssen die Unterbringungskosten nachweislich weitergezahlt werden, kann der Zuschuss für diese Zeit, höchstens jedoch bis zum Ende des laufenden Unterrichtsblocks weitergewährt werden. Dies gilbt nicht bei anderweitiger Unterbringung nach Nr. 4.2.


5.2
Der Zuschuss wird nicht gewährt für Tage, an denen die Schülerin oder der Schüler unentschuldigt im Unterricht gefehlt hat.


6.
Auszahlung


6.1
Der Zuschuss wird nachträglich auf Antrag ausgezahlt. Zu Unrecht gezahlte Zuschüsse werden zurückgefordert, Aufrechnung ist möglich.


6.2
Bei Schulbesuch innerhalb des Landes wird der Zuschuss in der Regel unmittelbar an die Träger von Wohnheimen, ggf. auch an die sonstigen in Nr. 4.1 näher bezeichneten Beteiligten, gegen entsprechende Abtretungserklärung (Anlage 1) gezahlt.


7.
Verfahren


7.1
Anträge auf Bewilligung und Auszahlung des Zuschusses sind möglichst sofort nach Ende eines Unterrichtsblocks, spätestens zum 1. Oktober für das vorangegangene Schuljahr, dem Regierungspräsidium Stuttgart – bei Schulbesuch in Baden-Württemberg über die Schule – einzureichen. Antragsvordrucke sind beim Regierungspräsidium Stuttgart und bei den Schulen erhältlich (Anlagen 2, 2a und 3).


7.2
Die Abtretungserklärungen (Anlage 1) sind dem jeweils ersten Antrag auf Sammelabrechnung (Anlage 2) im Schuljahr anzuschließen.


7.3
Den Schülerinnen und Schülern der Landes-, Landesbezirks- und Bezirksfachklassen ist der Inhalt dieser Verwaltungsvorschrift zu Beginn des ersten Unterrichtsblocks in der Schule bekannt zu geben.




IV. Inkrafttreten



Diese Verwaltungsvorschrift tritt mit Wirkung vom 1. Januar 2004 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verwaltungsvorschrift vom 19. November 2002 (K.u.U. 2003 S. 14), außer Kraft.


Anlagen (nichtamtliches Verzeichnis)

Anlage 1: Abtretungserklärung zu Nr. lll.6.2

Anlage 2: Antrag auf Erstattung der Zuschüsse an Berufsschüler/Berufsschülerinnen für auswärtige Unterkunft und Verpflegung - Sammelabrechnung -

Anlage 2a: Anlage zur Sammelabrechnung

Anlage 3: Antrag auf Gewährung eines Zuschusses zu den Kosten der auswärtigen Unterkunft und Verpflegung beim Besuch des Blockunterrichts -Einzelabrechnung-

 


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