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Amtliche Abkürzung:BGVO
Fassung vom:27.08.2021
Gültig ab:01.08.2021
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Baden-Württemberg
Gliederungs-Nr:2228
Verordnung des Kultusministeriums über die Beruflichen Gymnasien
(Ausbildungs- und Prüfungsordnung Berufliche Gymnasien - BGVO)
Vom 27. August 2021*) **)

§ 5
Auswahlverfahren im Beruflichen Gymnasium
der dreijährigen Aufbauform

(1) Ein Auswahlverfahren ist zur Aufnahme in das dreijährige Berufliche Gymnasium nur durchzuführen, wenn

1.

bei voller Ausschöpfung der vorhandenen personellen, räumlichen und sächlichen Gegebenheiten sowie

2.

bei Abstimmung der Aufnahmefähigkeit benachbarter Schulen und entsprechender Zuweisung der Bewerberinnen und Bewerber gemäß § 18 Absatz 1 Satz 2, § 88 Absatz 4 Satz 2 des Schulgesetzes für Baden-Württemberg (SchG)

nicht alle Bewerberinnen und Bewerber, welche die Aufnahmevoraussetzungen erfüllen, in das gewünschte Berufliche Gymnasium aufgenommen werden können.

(2) Im Auswahlverfahren sind die Plätze nach folgenden Quoten zu vergeben:

1.

95 Prozent nach der in Absatz 3 festgelegten Rangfolge,

2.

5 Prozent für außergewöhnliche Härtefälle gemäß Absatz 4.

Bleiben im Rahmen der Auswahl nach Nummer 2 Plätze frei, sind diese nach der in Absatz 3 festgelegten Rangfolge zu vergeben.

(3) Bei der Vergabe der Plätze im Auswahlverfahren nach Absatz 1 werden aufgenommen:

1.

Bewerberinnen und Bewerber

a)

mit Realschulabschluss, Werkrealschulabschluss sowie mit Fachschulreife oder

b)

mit Versetzungszeugnis einer Gemeinschaftsschule am Ende der Klasse 10 auf Niveau E nach den Anforderungen der Versetzungsordnung Gymnasien, die keinen Unterricht in der zweiten Fremdsprache im Wahlpflichtbereich in mindestens vier aufeinanderfolgenden Schuljahren besucht haben,

bis 85 Prozent der Plätze besetzt sind,

2.

Bewerberinnen und Bewerber mit Versetzungszeugnis

a)

eines Gymnasiums in die Klasse 10 oder die Jahrgangsstufe 11 eines Gymnasiums des achtjährigen Bildungsgangs,

b)

in die Klasse 11 eines Gymnasiums des neunjährigen Bildungsgangs oder

c)

einer Gemeinschaftsschule am Ende der Klasse 10 auf Niveau E nach den Anforderungen der Versetzungsordnung Gymnasien, die Unterricht in der zweiten Fremdsprache im Wahlpflichtbereich in mindestens vier aufeinanderfolgenden Schuljahren besucht haben,

bis 15 Prozent der Plätze besetzt sind.

Die von einer Bewerbergruppe nicht beanspruchten Plätze stehen für die andere Bewerbergruppe zur Verfügung. Die für die Vergabe nach Eignung und Leistung innerhalb der Bewerbergruppe nach Satz 1 Nummer 1 zur Verfügung stehenden Plätze werden entsprechend dem jeweiligen Bewerberanteil verteilt auf die Gruppe der Bewerberinnen und Bewerber

1.

mit Realschulabschluss,

2.

mit Werkrealschulabschluss,

3.

mit Fachschulreife oder

4.

mit Versetzungszeugnis einer Gemeinschaftsschule nach Satz 1 Nummer 1 Buchstabe b.

Die für die Vergabe nach Eignung und Leistung innerhalb der Bewerbergruppe nach Satz 1 Nummer 2 zur Verfügung stehenden Plätze werden entsprechend dem jeweiligen Bewerberanteil verteilt auf die Gruppe der Bewerberinnen und Bewerber

1.

mit dem Versetzungszeugnis eines Gymnasiums nach Satz 1 Nummer 2 Buchstabe a und b sowie

2.

mit einem Versetzungszeugnis einer Gemeinschaftsschule nach Satz 1 Nummer 2 Buchstabe c.

Die Rangfolge innerhalb der Bewerbergruppen nach Satz 3 und 4 bestimmt sich nach dem auf eine Dezimale ohne Rundung errechneten Durchschnitt aus den Noten des Zeugnisses nach § 3 Absatz 1 oder der Leistungsfeststellung nach § 3 Absatz 2 in den Fächern Deutsch, Mathematik und der am aufnehmenden Gymnasium weiterzuführenden Pflichtfremdsprache. Bei gleicher Rangfolge ist der auf eine Dezimale ohne Rundung errechneten Durchschnitt aus den Noten in allen Fächern mit Ausnahme der Arbeitsgemeinschaften entscheidend. Bei Bewerberinnen und Bewerbern, die am allgemein bildenden Gymnasium des achtjährigen Bildungsgangs am Ende der Klasse 10 versetzt wurden, wird das Zeugnis nach § 3 Absatz 1 Nummer 2 zu Grunde gelegt, das die Bewerberin oder der Bewerber im Auswahlverfahren vorlegt.

(4) Ein außergewöhnlicher Härtefall im Auswahlverfahren liegt vor, wenn eine Bewerberin oder ein Bewerber nach Absatz 2 Nummer 1 nicht ausgewählt worden ist und die Nichtaufnahme für sie oder ihn mit Nachteilen verbunden wäre, die bei Anlegung eines strengen Maßstabes über das Maß der mit der Nichtaufnahme üblicherweise verbundenen Nachteile erheblich hinausgehen. Für die Berücksichtigung als außergewöhnlicher Härtefall kommen insbesondere familiäre oder soziale Umstände oder andere von der Bewerberin oder vom Bewerber nicht zu vertretende Gründe, welche die Aufnahme der Ausbildung verzögert haben, in Betracht. Über das Vorliegen eines außergewöhnlichen Härtefalles und die sich nach dem Grad der Härte ergebende Rangfolge der Bewerberinnen und Bewerber entscheidet ein Auswahlausschuss, dem die Schulleiterin oder der Schulleiter als vorsitzendes Mitglied und vier von ihr oder ihm beauftragte Lehrkräfte angehören; für die Tätigkeit und Beschlussfähigkeit des Auswahlausschusses ist § 29 sinngemäß anzuwenden.

(5) Bewerberinnen und Bewerber, deren Aufnahmeantrag nach dem bestimmten Termin eingegangen ist, können im Auswahlverfahren erst berücksichtigt werden, wenn alle rechtzeitig eingegangenen Aufnahmeanträge beschieden oder zurückgenommen worden sind.

Fußnoten ausblendenFußnoten

*)
Verkündet als Artikel 1 der Verordnung des Kultusministeriums über die Beruflichen Gymnasien, über den Erwerb der Fachhochschulreife an den öffentlichen Berufsfachschulen für Pflege und zur Änderung schulrechtlicher Vorschriften beruflicher Schulen vom 27. August 2021 (GBl. S. 742).
**)
[Red. Anm.: Beachte Artikel 5 Nr. 3 der Verordnung vom 27. August 2021 (GBl. S. 742, 777):
"Artikel 1 findet für alle Schülerinnen und Schüler Anwendung, welche zu Beginn des Schuljahres 2021/2022 in die Eingangsklasse des Beruflichen Gymnasiums der dreijähriger Aufbauform, in die Klasse 11 des Beruflichen Gymnasiums der sechsjährigen Aufbauform sowie in die Klasse 8 der sechsjährigen Aufbauform eintreten. Gleichzeitig treten die Verordnung des Kultusministeriums über die Aufnahme in die beruflichen Gymnasien der dreijährigen Aufbauform (Aufnahmeverordnung berufliche Gymnasien - dreijährige Aufbauform) vom 23. Dezember 1982 (GBl. 1983, S. 183), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 11. Januar 2018 (GBl. S. 2) geändert worden ist, die Verordnung des Kultusministeriums über die Versetzung an beruflichen Gymnasien (Versetzungsordnung berufliche Gymnasien) vom 19. Mai 1999 (GBl. S. 254, ber. S. 359), die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung vom 18. Juni 2018 (GBl. S. 246, 249) geändert worden ist, sowie die Verordnung des Kultusministeriums über die Jahrgangsstufen sowie über die Abiturprüfung an beruflichen Gymnasien (Abiturverordnung berufliche Gymnasien - BGVO) vom 12. März 2014 (GBl. S. 178), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 18. Juni 2018 (GBl. S. 246) geändert worden ist, mit der Maßgabe außer Kraft, dass diese letztmals für Schülerinnen und Schüler Anwendung finden, die zum Schuljahr 2021/2022 in die erste Jahrgangsstufe der Qualifikationsphase eingetreten sind mit Ausnahme der Neufassung von § 32 Absatz 5 BGVO, die schon ab 1. August 2021 Anwendung findet."]

 


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