Suchergebnisse insgesamt:
in html speichern drucken pdf Dokument rtf Dokument zurück Dokument 10 von 58 weiter zur Gesamtansicht
 
Inhalt
Gesamtausgaben-Liste
Amtliche Abkürzung:SPO I
Fassung vom:20.05.2011
Gültig ab:01.10.2011
Gültig bis:30.12.2021  Schriftgrafik ausserkraft
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Baden-Württemberg
Gliederungs-Nr:2204-3
Verordnung des Kultusministeriums über die Erste Staatsprüfung für das Lehramt Sonderpädagogik
(Sonderpädagogiklehramtsprüfungsordnung I - SPO I)
Vom 20. Mai 2011

Anlage

zu

§ 5 Absatz 2 Satz 5 und
Absatz 3 Satz 1,

§ 13 Absatz 2,

§ 17 Absatz 1 Satz 2,

§ 18 Absatz 3 Satz 2 und

§ 29 Absatz 1 Satz 2

Vorbemerkungen

1.

Die Studierenden erwerben mit dem Studium des Lehramts Sonderpädagogik in Baden-Württemberg fachliche, fachdidaktische und unterrichtspraktische Kompetenzen sowie sonderpädagogische und förderschwerpunktbezogene Kompetenzen in einer ersten und zweiten Fachrichtung. Diese sind für den Unterricht und die Begleitung von Lern- und Bildungsprozessen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit sonderpädagogischem Bildungs- und Unterstützungsbedarf grundlegend. Des Weiteren stellt die Aneignung von Kompetenzen in sonderpädagogischen Handlungsfeldern, welche den vermehrten Beratungs- und Kooperationsaufgaben zukünftiger Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, unter anderem durch die zunehmende Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf an allgemeinen Schulen, Rechnung trägt, einen Schwerpunkt des Lehramtsstudiums Sonderpädagogik dar.

2.

Die nachfolgend in sonderpädagogischen Grundlagen, Handlungsfeldern und Fachrichtungen beschriebenen Kompetenzen orientieren sich in ihrem Grundverständnis an der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF). Die Ermöglichung vielfältiger Aktivitäten zur Gewährleistung der Teilhabe an allen sozialen Prozessen in der Gesellschaft für alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen mit sonderpädagogischem Bildungs- und Unterstützungsbedarf war bei der Abfassung der Kompetenzen konstitutiver Leitgedanke.

3.

Das in der ersten Phase der Lehrerbildung erworbene Wissen und Können bildet die Basis für die zweite Phase an Ausbildungsschulen und Staatlichen Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung sowie die anschließende Phase der Berufsausübung. Dort werden die erworbenen Kompetenzen im Sinne des lebenslangen Lernens kontinuierlich weiterentwickelt. Die nachfolgenden Kompetenzpapiere sind Grundlage für die Studien- und Prüfungsordnungen der Pädagogischen Hochschulen. Sie zeigen des Weiteren den Rahmen für die wissenschaftliche Arbeit, das sonderpädagogische Gutachten, die Auswahl der Schwerpunkte und die Überprüfung des Überblickwissens in den mündlichen Prüfungen auf.

Bildungswissenschaften

Die Absolventinnen und Absolventen verfügen über Kompetenzen in den folgenden Bereichen:

Übergeordnete Kompetenzen

-

Sie haben in der Auseinandersetzung mit Bildungs- und Erziehungstheorien ein wissenschaftlich und ethisch fundiertes Selbstverständnis ihres Berufes und der Verantwortlichkeit von Schule in einer demokratischen Gesellschaft entwickelt.

-

Sie verfügen über grundlegende Kenntnisse von Methoden und Strategien der bildungswissenschaftlichen Forschung und sind in der Lage, diese selbständig im Rahmen eigener Forschungsvorhaben umzusetzen.

-

Sie kennen die Bedeutung von Forschungsmethoden für die Gewinnung von Wissen und die Entwicklung und Überprüfung von Theorien.

-

Sie sind in der Lage, die Darstellung von Forschungsbefunden in der Literatur hinsichtlich ihrer Aussagekraft kritisch zu beurteilen und eigene Arbeiten an wissenschaftlichen Standards zu orientieren.

Querschnittskompetenzen

-

Sie verfügen über Grundlagenwissen zur gesellschaftlichen Medienentwicklung, zu den Medienwelten von Schülerinnen und Schülern und sind in der Lage, Bildungs- und Lernprozesse mit und über Medien in der Schule aktiv zu fördern.

-

Sie kennen Theorien zur Entstehung und Veränderung von Einstellungen und wissen unter welchen Bedingungen Einstellungen zu Verhalten führen, zum Beispiel im Bereich der Demokratieerziehung, Gewaltprävention und Gesundheitserziehung.

-

Sie können bildungs- und sozialpolitisch relevante Systeme und Entwicklungen analysieren, in ihrer jeweiligen Spezifik reflektieren und darauf aufbauend Möglichkeiten der Gestaltung von Kooperationsprozessen einschätzen.

-

Sie kennen pädagogische Theorien der Bildung und Erziehung von Menschen mit Behinderungen, Beeinträchtigungen und Benachteiligungen und vermögen diese in ihrer wissenschaftlichen Bedeutung, in ihren praktischen Konsequenzen und im Hinblick auf die Diskurse zu Inklusion und Integration zu reflektieren.

-

Sie erkennen, analysieren und reflektieren soziale, psychosoziale und körperlich-leibliche Bedingungen, Kontexte und Strukturen der Entwicklung und Sozialisation. Sie können Konsequenzen für ihre pädagogische Arbeit daraus ableiten.

-

Sie kennen schulrelevante Konzepte und Methoden zur Prävention, Intervention und Rehabilitation, auch bei körperlichen Erkrankungen und psychischen Störungen.

-

Sie können ihre Stimme trotz hoher Sprechbelastung schonend an Situationen und Inhalt angepasst und zuhörerorientiert einsetzen.

Kompetenzbereich Unterrichten

-

Sie können schulische Lehr-Lern-Prozesse ausgehend von anthropologischen Einsichten, allgemeinen didaktischen Modellen und Unterrichtstheorien unter Berücksichtigung wesentlicher Unterrichtsprinzipien und Sozialformen sowie vielfältiger Methoden und Medien planen.

-

Sie wissen um die Bedeutung physischer, motivationaler, emotionaler, kognitiver und soziokultureller Lernvoraussetzungen.

-

Sie verfügen über die Fähigkeit, Heterogenität als Herausforderung für die Planung und Gestaltung von inklusiven Unterrichtsprozessen zu erkennen und zu nutzen.

-

Sie kennen Möglichkeiten, selbstbestimmtes Lernen und Arbeiten der Schülerinnen und Schüler zu fördern.

-

Sie kennen theoretische und methodische Konzepte im Umgang mit unerwartetem Verhalten und Konflikten und verfügen über die Methoden und Instrumente eines professionellen Konflikt- und Classroom-Managements.

-

Sie können Lehr- und Lernprozesse in methodisch kontrollierter Weise dokumentieren und evaluieren und setzen dabei Verfahren der empirischen Sozialforschung ein.

Kompetenzbereich Erziehen

-

Sie können das Kind beziehungsweise den Jugendlichen in seiner Individualität innerhalb seines Umfeldes wahrnehmen.

-

Sie wissen um die Bedeutung soziokultureller Heterogenität für Sozialisations-, Bildungs- und Lernprozesse und vermögen diese im Hinblick auf ihr eigenes pädagogisches Handeln zu reflektieren.

-

Sie haben Grundkenntnisse hinsichtlich der Heterogenitätsdimensionen

-

soziale Ungleichheit und ihre lebensweltliche Ausformung in Gestalt verschiedener soziokultureller Milieus,

-

Migrationserfahrung und Migrationshintergrund,

-

kulturelle Heterogenität,

-

Geschlecht (Gender),

-

Behinderung.

-

Sie können Ursachen von Lernprozessstörungen in fremden und eigenen Handlungsweisen reflektieren und daraus Konsequenzen für ihr eigenes pädagogisches Handeln ziehen.

-

Sie setzen sich mit Wirkungshypothesen und dem Risikocharakter ihres pädagogischen Handelns auseinander.

-

Sie kennen und reflektieren Werte, Normen und institutionelle Bedingungen der demokratischen Gesellschaft und treten für menschenrechtliche und demokratische Werte und Normen ein.

-

Sie wissen, wie entsprechende Haltungen und Urteile sowie soziale Kompetenzen und politische Handlungsfähigkeiten von Schülerinnen und Schülern gefördert werden können.

-

Sie können die vielfältigen Formen und Bedingungen von Inklusions- und Exklusionsprozessen in Schule, Politik und Gesellschaft erfassen und wissen um deren Bedeutung für Bildung und Erziehung.

-

Sie kennen die für eine situations- und partnerbezogene Verständigung wesentlichen theoretischen Grundlagen und Methoden der Kommunikation und Konfliktbearbeitung.

Kompetenzbereich Diagnose und Förderung, Leistungsbeurteilung und Beratung

-

Sie können in sachgemäß strukturierter und analysierter Beobachtung inner- wie außerhalb des Unterrichts ihre professionelle Wahrnehmung und Diagnostik der Schülerinnen und Schüler sowohl ausweiten als auch fokussieren und diese in ein angemessenes pädagogisches Handeln umsetzen.

-

Sie kennen Gütekriterien, Konstruktionsprinzipien und aktuelle Verfahren der Entwicklungs-, Lern- und Leistungsdiagnostik, können die entsprechenden Verfahren nutzen und aus den Ergebnissen Schlussfolgerungen für die individuelle Förderung ziehen.

-

Sie kennen unterschiedliche Bezugsnormen von Leistungsbewertungen und deren Auswirkungen auf Lern- und Motivationsprozesse.

-

Sie kennen Prinzipien und Ansätze einer für den Lernprozess förderlichen, dialogorientierten Rückmeldung und Beratung von Schülerinnen und Schülern und Eltern.

-

Sie kennen Handlungsspielräume und Grenzen ihrer professionellen Zuständigkeit sowie schulische und außerschulische Unterstützungssysteme und können diese in die Entwicklung von Beratungs- und Fördermaßnahmen einbinden.

Kompetenzbereich Innovation, Schulentwicklung und Professionalisierung

-

Sie sind in der Lage, ihre Kompetenzen in den Bereichen Innovation, Schulentwicklung und Professionalisierung selbständig weiter zu entwickeln.

-

Sie sind zu einer wissenschaftlich fundierten Auseinandersetzung mit dem Bildungssystem in einer föderalen Demokratie und der Schule als gesellschaftlicher Institution in der Lage und verfügen über ein reflektiertes Verständnis ihrer öffentlichen Verantwortung.

-

Sie wissen um ihre politische Verantwortung bei der Gestaltung von Bildung und Schule.

-

Sie kennen Methoden und Ergebnisse der empirischen Bildungsforschung und der Selbst- und Fremdevaluation und können diese zur Qualitätssicherung und -entwicklung an Schulen rezipieren, bewerten und nutzen.

-

Sie kennen Dimensionen, Ziele und Methoden der Schulentwicklung und Konzepte der Teamentwicklung, wissen um die Bedeutung sozialer Prozesse und kollegialer Teamarbeit für ein förderliches Schulklima und können entsprechende Verfahren in Grundzügen anwenden.

-

Sie kennen Möglichkeiten der Kooperation mit Erziehungsberechtigten, gesellschaftlichen und politischen Institutionen und weiteren außerschulischen Partnern.

-

Sie verfügen über eine Auffassung von Beruf als Lern- und Entwicklungsaufgabe.

-

Sie sind in der Lage, ihre bildungswissenschaftlichen Kenntnisse und Kompetenzen um neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu erweitern und sich selbständig weiter zu qualifizieren.

-

Sie können ihre berufsbezogenen Wertvorstellungen im Rahmen der Entwicklung ihrer professionellen Identität und als normative Grundlage für ihr pädagogisches Handeln reflektieren.

-

Sie kennen wesentliche Ergebnisse der Belastungs- und Stressforschung.

-

Sie kennen unterschiedliche subjektive und objektive berufliche Belastungsfaktoren und können Präventions- und Interventionsstrategien bei der Bewältigung ihrer beruflichen Aufgaben nutzen.

Evangelisch-theologische beziehungsweise
katholisch-theologische Grundfragen der
Bildung, christliche und abendländische
Bildungs- und Kulturwerte

Die Absolventinnen und Absolventen verfügen über folgende Kompetenzen:

-

Sie verstehen Religion als individuelles, gesellschaftliches, kulturelles und bildungsrelevantes Phänomen unter besonderer Berücksichtigung des Christentums.

-

Sie kennen die christlichen Grundlagen der europäischen Kultur und des europäischen Bildungsverständnisses und setzen sich damit auseinander.

-

Sie sind fähig zu einer biographisch reflektierten religiösen und weltanschaulichen Positionierung und zu dialogischer Offenheit angesichts religiöser und weltanschaulicher Pluralität und damit verbundener Lebensformen im christlich-religiösen Kontext.

Sonderpädagogische Grundlagen

Die Absolventinnen und Absolventen verfügen über Kompetenzen in den folgenden Bereichen:

Fachrichtungsübergreifende Kompetenzen

-

Sie vermögen Befindlichkeiten bei Schülerinnen und Schülern empathisch zu verstehen sowie Selbstkonzepte zu erkennen und durch die Gestaltung von verlässlichen Beziehungen und wertegebundenen Orientierungen sowohl Individuen als auch Gruppen und Schulklassen pädagogisch zu stärken.

-

Sie sind in der Lage, migrations- beziehungsweise kulturbedingte Differenzen zu erkennen und damit verbundene Lernchancen und -schwierigkeiten zu berücksichtigen.

-

Sie können Beziehungen und Wechselwirkungen zwischen diesen Heterogenitätsdimensionen analysieren, ihre biographische Dynamik verstehen und daraus pädagogische Konsequenzen ableiten.

-

Sie kennen die Übergangsprobleme an Schnittstellen der Bildungsbiografie sowie zwischen den Lebensräumen Schule, Familie, Freizeit und Arbeit und wissen, wie man in Zusammenarbeit mit Partnern insbesondere aus diesen Feldern gelingende Bildungsprozesse gestalten und Brüche verhindern oder pädagogisch bearbeiten kann.

-

Sie können bei ihren Schülerinnen und Schülern differenziert Aneignungsprozesse mit ihren Lernvoraussetzungen, -potenzialen und -motivationen wahrnehmen und in einer pädagogisch ausgerichteten Beschreibung individueller Lernwege berücksichtigen.

-

Sie verfügen über handlungsübergreifende diagnostische, struktur-, prozess- und fallanalytische Kompetenzen, die sie in die Lage versetzen, methodischreflektiert Förder- und Unterstützungsangebote zu erschließen und zu begründen.

-

Sie kennen sozial- und erziehungswissenschaftliche Forschungsbefunde und Theorien zur Eigenlogik des sonderpädagogischen Handelns und zu Kriterien sonderpädagogischer Professionalität und können diese im Hinblick auf ihre eigene Praxis reflektieren.

-

Sie vermögen Heterogenitätsdimensionen, die in ihrer eigenen Biographie und Bildungsgeschichte wirksam sind, einzuschätzen und deren Implikationen für ihre Wahrnehmung von Schülerinnen und Schülern, ihr pädagogisches Handeln sowie ihr professionelles Selbstverständnis zu reflektieren.

-

Sie können über die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Theorien pädagogischer Verantwortung eigene normative Positionierungen begründen, deren Geltungsbereich sowie deren Begrenztheit erkennen und wissen um deren Bedeutung für die Entwicklung des eigenen Berufsverständnisses.

-

Sie kennen rechtliche und politische Aspekte und Dimensionen ihres Berufsfeldes, vermögen diese im Hinblick auf ihr eigenes Handeln zu reflektieren und daraus Konsequenzen abzuleiten.

-

Sie können schul- und sozialrechtliche Sachverhalte selbstständig recherchieren und daraus entstehende Handlungsoptionen beurteilen.

-

Sie kennen Grundlagen der Konzept- und Organisationsentwicklung im sonderpädagogischen Kontext.

-

Sie kennen zentrale, die Theorie und Praxis sonderpädagogischen Handelns bestimmende historische, anthropologische, wissenschaftstheoretische und ethische Konzepte, können diese anwendungsbezogen reflektieren und auf die Begründung ihrer eigenen pädagogischen Arbeit beziehen.

Fachrichtungsbezogene Kompetenzen

-

Sie wissen um die Bedeutung sonderpädagogischer Diagnostik als eines pädagogisch-psychologischen Konzepts, welches die Erweiterung von Aktivität und Teilhabe zum Ziel hat beziehungsweise Barrierefreiheit ermöglicht und sind in der Lage, ihre eigene Praxis dahingehend zu reflektieren.

-

Sie können mittels differentialdiagnostischer Methoden und Instrumente die Funktionsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen in ihren Kontexten erfassen, daraus mit Beteiligten und Betroffenen Bildungs- und Entwicklungsziele ableiten sowie sonderpädagogische Maßnahmen und individuelle Bildungsangebote entwickeln.

-

Sie kennen historische und aktuelle institutionelle Strukturen und Systeme sonderpädagogischen Handelns und sind in der Lage, diese im Hinblick auf die Bedeutung für ihr eigenes pädagogisches Handeln zu reflektieren.

-

Sie können berufliche Routinen, Konflikte sowie Handlungsspielräume in ihren Systembezügen analysieren und Konsequenzen für die Gestaltung von Strukturen und Prozessen ableiten.

-

Sie kennen die für ihre jeweilige sonderpädagogische Fachrichtung relevanten wissenschaftlichen Forschungsergebnisse und Theorien aus den Bezugsdisziplinen der Medizin (einschließlich der Neurowissenschaften, der Biophysik der Sinnesorgane und der Kinder- und Jugendpsychiatrie), der Psychologie, der Soziologie, der Kulturwissenschaft und der Sprachwissenschaft.

-

Sie können Forschungsergebnisse und Theorien der Bezugsdisziplinen in die Analyse konkreter Entwicklungs-, Sozialisations- und Erziehungsprozesse unter Bedingungen von Behinderung und sozialer Benachteiligung einbeziehen und die lebensgeschichtliche Dynamik von Behinderungs- und Benachteiligungsprozessen erschließen; sie vermögen daraus Konsequenzen für ihr pädagogisches Handeln abzuleiten.

Sonderpädagogische Handlungsfelder

Die Absolventinnen und Absolventen verfügen über Kompetenzen in den folgenden Bereichen:

Sonderpädagogischer Dienst/Kooperation/integrative Modelle und Konzepte

-

Sie können eigene Grundhaltungen beziehungsweise Handlungsmaximen selbstkritisch reflektieren.

-

Sie verfügen über ein differenziertes Wissen körperlicher und psychischer Entwicklung (unter anderem in kognitiver, kommunikativer, sozial-emotionaler, motorischer Hinsicht) sowie Entwicklungsbeeinträchtigungen bei Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, können dieses anwendungsbezogen reflektieren und daraus Schlüsse für pädagogisches Handeln und Beratung ziehen.

-

Sie können individuelle Lernvoraussetzungen, Kompetenzen und Bedürfnisse bei Kindern und Jugendlichen für die Beteiligung an inklusiven Bildungsangeboten diagnostizieren.

-

Sie wissen um Gestaltungsmöglichkeiten der Lernumgebung, der schulischen und außerschulischen Lern- und Lebensräume bei Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, können diese anwendungsbezogen reflektieren, daraus Konsequenzen für das eigene pädagogische Handeln sowie Empfehlungen ableiten und für entsprechende Maßnahmen Evaluationskonzepte entwickeln.

-

Sie kennen empirisch fundierte Methoden der Förderung von kognitiven, kommunikativen, sozial-emotionalen, motorischen Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf und sind in der Lage, diese bei der Gestaltung von schulischen und außerschulischen Lernsituationen anwendungsbezogen zu reflektieren, einzuschätzen und dahingehend zu beraten.

-

Sie sind mit spezifischen Fördermaßnahmen, technischen und medizinischen Hilfen für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf vertraut und können Möglichkeiten der Integration in die Alltagsumwelt einzelfallbezogen reflektieren, einschätzen sowie dahingehend beraten und unterstützen.

-

Sie können sich in bestehenden außerschulischen Netzwerken und Unterstützungsangeboten orientieren, deren Angebote, Stütz- und Fördermaßnahmen hinsichtlich Möglichkeiten der Aktivität und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf einzelfallbezogen analysieren, einschätzen und daraus Empfehlungen ableiten.

-

Sie kennen Prinzipien der interdisziplinären Zusammenarbeit von Lehrerinnen und Lehrern an allgemeinen Schulen, Sonderschulen und außerschulischen Unterstützungssystemen.

-

Sie können eigene und systemische Chancen und Grenzen reflektieren.

-

Sie verfügen über Kenntnisse zu institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Arbeitsfeldes und vermögen Möglichkeiten sonderpädagogischen Handelns beziehungsweise sonderpädagogischer Maßnahmen einzuschätzen.

-

Sie können verhaltensbedingte Barrieren bei der Beteiligung am Unterricht sowie bei der Teilhabe an außerschulischen Lebens- und Lernräumen systematisch analysieren, Lösungsvorschläge entwickeln und anwendungsbezogen reflektieren beziehungsweise dahingehend beraten.

-

Sie wissen um Möglichkeiten der Erweiterung der Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, der Gestaltung von lernförderlichen Situationen und Interaktionen im Alltag, vermögen diese einzelfallbezogen zu reflektieren und Eltern, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie andere Bezugspersonen dahingehend zu beraten.

-

Sie wissen um die Notwendigkeit und Bedeutung spezifischer Fördermaßnahmen und deren Koordination, können diese einzelfallbezogen reflektieren und Eltern, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie andere Bezugspersonen dahingehend beraten.

-

Sie kennen verschiedene Modelle von Kommunikations-, Kooperations- und Beratungstheorien.

-

Sie können Lösungen inklusiver Beschulung sowohl unter den Bedingungen der individuellen Lern- und Entwicklungspotenziale der Kinder und Jugendlichen als auch unter den Bedingungen und Voraussetzungen der möglichen Förderorte darstellen und reflektieren.

-

Sie wissen um kooperative Übergabekonzepte (zwischen vorschulischen Einrichtungen und Schule, zwischen unterschiedlichen Schularten sowie zwischen Schule und beruflichen Lernorten) und können diese unter Berücksichtigung der spezifischen individuellen, familiären, sozialen und gesellschaftlichen Entwicklungsbedingungen anwendungsbezogen reflektieren.

Frühförderung sowie frühkindliche Bildung und Erziehung von Kindern mit Behinderung

-

Sie kennen unterschiedliche Formen von Gefährdungen und Störungen der Entwicklung im frühen Kindesalter.

-

Sie kennen Risiken und protektive Faktoren für die frühe kindliche Entwicklung.

-

Sie wissen um Prozesse der frühen Eltern-Kind-Interaktion und Einflüsse der Familiendynamik auf die kindliche Entwicklung, können diese einzelfallbezogen analysieren, einschätzen, Fördermaßnahmen ableiten und anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie verfügen über Kenntnisse standardisierter Verfahren sowie Methoden der Beobachtung und Bewertung der kindlichen Aktivitäten als diagnostische Ansätze und wissen um deren Einsatzmöglichkeiten.

-

Sie kennen pädagogische Konzepte der frühen Förderung.

-

Sie kennen Anregungs- und Lernarrangements für Kinder mit spezifischen Entwicklungsproblemen und können diese anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie kennen Möglichkeiten der Unterstützung von Familienmitgliedern bei der Bewältigung von Belastungen, die sich aus der Beeinträchtigung oder Behinderung eines Kindes ergeben.

-

Sie kennen technische und medizinische Hilfen für Kinder im Alter von 0 bis 6 und vermögen Möglichkeiten der Integration in die Alltagsumwelt einzelfall-bezogen zu reflektieren, einzuschätzen und dahingehend zu beraten.

-

Sie kennen die sozialrechtlichen Grundlagen für die Hilfen für Eltern behinderter Kinder.

Ausbildung, Erwerbsarbeit und Leben

-

Sie kennen gesetzliche Rahmenbedingungen sozialer und beruflicher Eingliederung.

-

Sie kennen strukturelle, sozioökonomische und technische Grundlagen sozialer und beruflicher Inklusion und Exklusion.

-

Sie verfügen über Kenntnisse des Systems beruflicher Vorbereitung, Ausbildung und Förderung.

-

Sie wissen bei der beruflichen Orientierung von Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf um die Aufgaben der Schule.

-

Sie kennen bestehende nachschulische Netzwerke und können dadurch die Teilhabe an nachschulischen institutionellen und informellen Bildungsprozessen vorbereiten.

-

Sie kennen Konzepte und Modelle zu Lebenswegplanungen sowie Möglichkeiten der Unterstützung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Behinderungen und Benachteiligungen in Übergangs- und Umbruchsituationen und sind in der Lage, diese anwendungsbezogen zu reflektieren.

-

Sie kennen Formen lebensweltorientierter pädagogischer Arbeit in Subkulturen.

Religiöse Erziehung in der Sonderpädagogik

Nachrichtlich nach den Bestimmungen der Landeskirchen in Baden und Württemberg beziehungsweise der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Erzdiözese Freiburg:

Die Missio canonica kann verliehen werden nach dem Studium des Faches Katholische Theologie/Religionspädagogik. Das Studium des sonderpädagogischen Handlungsfeldes Religiöse Erziehung in der Sonderpädagogik allein genügt nicht zur Verleihung der Missio canonica.

Die Vocatio kann erteilt werden nach dem Studium des Faches Evangelische Theologie/Religionspädagogik. Das Studium des sonderpädagogischen Handlungsfeldes Religiöse Erziehung in der Sonderpädagogik allein genügt nicht zur Erteilung der Vocatio.

Religionspädagogischer Bereich

-

Sie können Krankheit, Behinderung und Benachteiligung in individueller und gemeinschaftlicher sowie historischer und zeitgeschichtlicher Perspektive theologisch kritisch reflektieren und Folgerungen für die religiöse Bildung und das diakonische Handeln ableiten.

-

Sie kennen religionspädagogische Konzepte für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Geschichte und Gegenwart.

-

Sie kennen inklusionspädagogische Ansätze der religiösen Bildung in Theorie und Praxis.

Religionsdidaktischer Bereich

-

Sie verfügen über Grundkenntnisse des interkonfessionellen und interreligiösen Lernens und der Schulseelsorge beziehungsweise der Schulpastoral.

-

Sie können religiöse Bildungsangebote auf Unterrichts- und Schulebene planen, umsetzen und anwendungsbezogen reflektieren.

Diagnostischer Bereich

-

Sie können unterschiedliche Lebenswelten, Milieus und soziokulturelle Umwelten von Schülerinnen und Schülern sowie von Lehrkräften wahrnehmen und empathisch mit Differenzen umgehen.

Religionspsychologischer und theologischer Bereich

-

Sie kennen Aspekte der religiösen Entwicklung und Ausdrucksmöglichkeit von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf, insbesondere in der Fachrichtung, die sie studieren.

-

Sie können zu Lebensfragen von Schülerinnen und Schülern sowie zu Themen der gegenwärtigen Anthropologie theologisch Stellung beziehen.

Kulturarbeit, Gestalten und Lernen

-

Sie kennen verschiedene Begriffe von Kunst und Kultur, insbesondere der Jugendkultur und können diese in ihrer Relevanz für sonderpädagogische Belange einordnen.

-

Sie können Diversität als Grundkonstellation in der Kulturarbeit, als Ressource und Chance für persönliche Entwicklungsprozesse erkennen und einschätzen.

-

Sie kennen Modelle und Konzepte zur Einbindung unterschiedlicher kultureller Milieus bei kulturpädagogischen Angeboten und können diese anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie kennen Netzwerke und Kooperationsfelder der inner- und außerschulischen Kulturarbeit, wissen um Unterstützungsstrategien und können diese anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie kennen Formen der Prozessorientierung und Projektarbeit im Bereich der kulturellen Medien und können deren Einsatz im Hinblick auf Aktivität und Teilhabe einzelfallbezogen reflektieren und einschätzen.

-

Sie können kulturelle Teilhabechancen inklusiv ausgerichteter Angebote für Menschen mit Beeinträchtigungen in verschiedenen Altersstufen einzelfallbezogen reflektieren, einschätzen und daraus Unterstützungsmaßnahmen ableiten.

-

Sie wissen um die Bedeutung musikalischer Bildung für die Gesellschaft und sind in der Lage, Modelle und Konzepte des musikalischen Lehrens und Lernens im Hinblick auf Chancen der Aktivität und Teilhabe einzelfallbezogen zu reflektieren und anzuwenden.

-

Sie vermögen eigene Erfahrungen mit kulturellen Medien kritisch zu reflektieren.

Unterricht mit kranken Kindern und Jugendlichen

-

Sie kennen Krankheitsbilder und mögliche Auswirkungen auf den Schulbesuch und können daraus resultierende Förderbedürfnisse ableiten.

-

Sie können schulische Rahmenbedingungen an medizinisch-therapeutische Erfordernisse bei Erkrankungen und Unfallfolgen anpassen und ihre schulische Relevanz einordnen.

-

Sie können interdisziplinär mit dem medizinisch-therapeutischen Bereich und außerschulischen Netzwerken zusammenarbeiten.

-

Sie können Entwicklungsgefährdungen für Kinder und Jugendliche durch die Erkrankung bedeutsamer Bezugspersonen erkennen und einschätzen.

-

Sie können drohende Brüche in der Kontinuität der Schulbiografie erkennen und Interventionsstrategien entwickeln.

-

Sie können strukturelle Erfordernisse alternativer Lernorte benennen.

-

Sie wissen um Besonderheiten im Unterrichten von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung, in der Klasse, zu Hause und in einer Klinik.

-

Sie kennen gesetzliche Rahmenbedingungen für die Beschulung chronisch kranker Schülerinnen und Schüler.

-

Sie können pädagogische und ethische Fragestellungen bei schwerer Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung reflektieren und wissen um die Bedeutsamkeit der Lehrerrolle und des sonderpädagogischen Handelns auch bei Rückschritten in der Entwicklung.

-

Sie verfügen über Kenntnisse von Modellen der Gesprächsführung im Themenkomplex Erkrankung - Lebensbedrohung - Tod.

Leiblichkeit, Bewegung und Körperkultur

-

Sie kennen die Bedeutung von Leiblichkeit für soziales, emotionales, kognitives und körperliches Wohlbefinden.

-

Sie kennen körper- und bewegungsbezogene Konzepte und Ansätze und können sie in ihrer Bedeutung für die Förderung und Begleitung von Entwicklungsprozessen bewerten.

-

Sie kennen körper- und bewegungsbezogene diagnostische Verfahren und können diese anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie können Entwicklungsgutachten und Förderkonzepte körper- und bewegungsbezogen erstellen, interpretieren und beurteilen, Maßnahmen ableiten und für diese Evaluationskonzepte entwickeln.

-

Sie wissen um Möglichkeiten der Umstrukturierung von Organisationen und Institutionen nach körper- und bewegungsbezogenen Prinzipien, vermögen diese einzelfallbezogen zu reflektieren, einzuschätzen und dahingehend zu beraten.

-

Sie kennen körper- und bewegungsbezogene Vermittlungsmethoden unter den Perspektiven von Aktivität und Teilhabe.

Kommunikation und Sprache

Schwerpunkt Sprachwissenschaften

-

Sie verfügen über linguistische und psycholinguistische Grundlagen aus den Bereichen Phonetik/Phonologie, Semantik/Lexikon, Grammatik, Schriftsprache, Pragmatik/Kommunikation.

-

Sie können sprachliche Fähigkeiten und Schwierigkeiten auf den einzelnen sprachlichen Ebenen erkennen und voneinander abgrenzen.

-

Sie kennen ausgewählte Spracherwerbstheorien im Hinblick auf den Spracherwerb von ein- und mehrsprachig aufwachsenden Kindern und können hieraus Konsequenzen für Therapie und Unterricht ziehen.

-

Sie kennen die kindlichen Erwerbsphasen von pragmatischen, semantischen, grammatischen sowie von phonetisch-phonologischen und schriftsprachlichen Fähigkeiten und können diese auf individuelle Erwerbsverläufe beziehen.

-

Sie können sprachwissenschaftliche Analyseverfahren für die diagnostische und differentialdiagnostische Erfassung und Beschreibung von Fähigkeiten und Schwierigkeiten verwenden und Konsequenzen für Therapie und Unterricht ableiten.

-

Sie können sprachliche Anforderungen in Unterricht, Diagnostik und Therapie so strukturieren, dass sprachliche Teilsysteme gezielt angesprochen werden.

Schwerpunkt Unterstützte Kommunikation

-

Sie kennen kommunikationstheoretische Grundlagen und zentrale theoretische Inhalte der Unterstützten Kommunikation.

-

Sie können die grundlegenden Begriffe der Kommunikation und Interaktion aus psychologischer, soziologischer und pädagogischer Sicht definieren sowie die psychische und soziale Bedeutung von Kommunikation erarbeiten.

-

Sie verfügen über Grundkenntnisse zur Entwicklung von Kommunikationsmöglichkeiten zum Beispiel hinsichtlich vorsprachlicher Kommunikation, Lautsprache (Phonologie, Semantik, Pragmatik) und Wortschatz sowie deren Auswirkung auf andere Entwicklungsbereiche.

-

Sie verfügen über Grundkenntnisse zur Diagnostik, zu Kommunikationsmodellen und -störungen, zu Partizipationsvoraussetzungen und -möglichkeiten der Interaktion zum Beispiel im Unterricht sowie zur Bedeutung sozialer Rollen in Interaktion.

-

Sie kennen methodische und didaktische Grundlagen der Unterstützten Kommunikation hinsichtlich ihrer Geschichte, ihren Grundsätzen sowie der Zielgruppe.

-

Sie wissen um Besonderheiten in der Gesprächs- und Kommunikationssituation und Voraussetzungen der Nutzung von Unterstützter Kommunikation in verschiedenen Situationen sowie relevanten Voraussetzungen bei Bezugspersonen, Ausgangsbedingungen und förderlichen Faktoren der Umfeldgestaltung.

-

Sie verfügen über theoretische und exemplarisch erarbeitete praktische Kenntnisse zu verschiedenen Formen der Unterstützten Kommunikation, insbesondere

-

zu basalen Kommunikationskonzepten, zur Kommunikation ohne Hilfsmittel sowie deren Funktion und Einsatzmöglichkeiten,

-

zur Kommunikation mit nicht-elektronischen Hilfsmitteln (Gegenstände und Bildsymbole) und Voraussetzungen für deren Einsatz,

-

zu Sammlungen mit grafischen Bildsymbolen und Symbolsystemen sowie Kriterien für deren Auswahl, Kriterien für das Erstellen von Karten, Tafeln, Ordnern, Tagebüchern, Ich-Büchern) und

-

zur Kommunikation mit elektronischen Hilfsmitteln sowie zur Gestützten Kommunikation.

-

Sie verfügen über praktische Kenntnisse

-

zur Anwendung der Unterstützen Kommunikation in Praxisfeldern und dafür notwendige Diagnose- und Beratungskompetenzen,

-

zur Feststellung des Unterstützten Kommunikations-Bedarfes sowie der Unterstützten Kommunikations-Möglichkeiten,

-

zur Auswahl beziehungsweise zur Erstellung von Unterstützte Kommunikations-Hilfsmitteln sowie deren Erprobung im Alltag,

-

zur Evaluation des Einsatzes von Unterstützter Kommunikation.

-

Sie kennen Beratungsmöglichkeiten im Bereich der Unterstützten Kommunikation.

-

Sie kennen konkrete Anwendungsmöglichkeiten der Unterstützten Kommunikation in verschiedenen Praxisfeldern - in der vorschulischen Förderung, in der Schule, in Arbeitsleben und Beruf, in Familie und Wohneinrichtungen (Zusammenarbeit mit Eltern), in der Partnerschaft.

-

Sie kennen Möglichkeiten der Adaptation von Medien und Verfahren der Unterstützten Kommunikation für blinde und sehbehinderte Menschen (schwerpunktübergreifende Kompetenz bei gleichzeitiger Wahl des Schwerpunktbereichs Brailleschrift)

Schwerpunkt Brailleschrift

-

Sie kennen Brailleschriftsysteme.

-

Sie können die Brailleschriftsysteme (Deutsche Vollschrift, Deutsche Kurzschrift, Eurobraille) anwenden.

-

Sie kennen blindenspezifische Hilfsmittel zur Produktion von Brailleschrift.

-

Sie kennen Medien und Verfahren der blinden- und sehbehindertenspezifischen Informationstechnologie und können deren didaktische Möglichkeiten und Grenzen anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie können Brailleausdrucke formatieren und herstellen.

-

Sie wissen um die Notwendigkeit der barrierefreien Gestaltung von Texten und kennen entsprechende Verfahren aus dem Bereich der Informationstechnologie.

-

Sie kennen Möglichkeiten der Kommunikation mit taubblinden und hörsehbehinderten Menschen (schwerpunktübergreifende Kompetenz bei gleichzeitiger Wahl des Schwerpunktbereichs Gebärdensprache).

-

Sie kennen Möglichkeiten der Adaptation von Medien und Verfahren der Unterstützten Kommunikation für blinde und sehbehinderte Menschen (schwerpunktübergreifende Kompetenz bei gleichzeitiger Wahl des Schwerpunktbereichs Unterstützte Kommunikation).

Schwerpunkt Gebärdensprache

-

Sie kennen verschiedene Systeme der Gebärdensprache

-

lautsprachunterstützend (LUG),

-

lautsprachbegleitend (LBG) und

-

Deutsche Gebärdensprache (DGS).

-

Sie kennen linguistische Grundlagen der Deutschen Gebärdensprache (DGS).

-

Sie verfügen über grundlegende Fertigkeiten in gebärdensprachlicher Kommunikation undvermögen diese zielgruppenorientiert anzuwenden.

-

Sie kennen methodische und didaktische Grundlagen des Einsatzes und der Vermittlung von Gebärdensprache.

-

Sie können die Wirksamkeit von Gebärdensprache und lautsprach-unterstützenden Systemen einschätzen.

-

Sie kennen Möglichkeiten der Kommunikation mit taubblinden und hörsehbehinderten Menschen (schwerpunktübergreifende Kompetenz bei gleichzeitiger Wahl des Schwerpunktbereichs Brailleschrift).

Fachrichtung
Lernen

Die Absolventinnen und Absolventen verfügen über Kompetenzen in den folgenden Bereichen:

Pädagogischer Bereich

-

Sie kennen historische Aspekte der Bildung und Erziehung bei Kindern und Jugendlichem im Förderschwerpunkt Lernen unter erschwerten Bedingungen und vermögen diese im Hinblick auf das eigene pädagogische Handeln zu reflektieren.

-

Sie verfügen über Kenntnisse zu Erscheinungsformen und Entstehungsbedingungen möglicher Lern- und Entwicklungsbeeinträchtigungen beziehungsweise Förderbedarfe bei Kindern und Jugendlichen im Förderschwerpunkt Lernen.

-

Sie wissen um Lebens- und Erlebensdimensionen in unterschiedlichen Lebenswelten bei Kindern und Jugendlichen im Förderschwerpunkt Lernen, wissen um Formen der Lebensbewältigung sowie um Chancen der gesellschaftlichen Teilhabe und vermögen diese im Hinblick auf eigenes pädagogisches Handeln zu eflektieren.

-

Sie wissen um die Bedeutung der Konzepte von Identität und Selbstbestimmung sowie um Probleme biographischer Übergänge.

-

Sie kennen schulische und außerschulische Organisationsformen und Arbeitsfelder.

-

Sie kennen pädagogische Strategien, Methoden und Techniken, setzen diese in praxisnahen Situationen ein und vermögen diese anwendungsbezogen zu reflektieren.

-

Sie kennen und erproben Methoden des Unterrichts, der unterrichtsintegrierten sowie der außer- und nachschulischen Begleitung und Förderung und können diese anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie kennen die Konstrukte Lese-Rechtschreib-Störung (Legasthenie) und Rechenschwäche (Dyskalkulie) und vermögen diese anwendungsbezogen zu reflektieren.

-

Sie kennen und erproben Möglichkeiten der Prävention und Frühförderung und können diese anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie kennen Konzepte der Beratung, wenden diese an und sind in der Lage, diese im Hinblick auf relevante Dimensionen sonderpädagogischen Handelns zu reflektieren.

-

Sie verfügen über grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten der Gesprächsführung.

-

Sie kennen Konzepte der Erziehung und der Förderung personaler und sozialer Kompetenzen im Förderschwerpunkt Lernen und können ihr eigenes pädagogisches Handeln dahingehend reflektieren.

-

Sie kennen Dimensionen gelingender Erziehungspartnerschaft und können diese anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie erkennen die handlungsleitende Bedeutung der Lehrerpersönlichkeit und des Lehrerselbstkonzepts und wissen diese zu reflektieren.

-

Sie sind in der Lage, ihre eigene Lernbiografie bezogen auf Schule und Unterricht bei Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen zu reflektieren.

-

Sie kennen mögliche Wirkungen erzieherischer Prozesse unter besonderer Berücksichtigung individueller Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen, können diese einschätzen und ihr eigenes pädagogisches Handeln dahingehend reflektieren.

-

Sie kennen mögliche Wirkungen erzieherischer Prozesse in heterogenen Gruppen, vermögen diese einzuschätzen und ihr eigenes pädagogisches Handeln dahingehend zu reflektieren.

Didaktischer Bereich

-

Sie kennen Grundlagen und Prinzipien zur Gestaltung von Bildungsprozessen: Planung, Durchführung und Analyse von Unterricht in heterogenen Gruppen.

-

Sie kennen Konzepte zur Förderung personaler, sozialer, fachlicher und methodischer Kompetenzen.

-

Sie verfügen über grundlegende Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Bildungsplanung unter Berücksichtigung individueller Lernvoraussetzungen und Entwicklungsmöglichkeiten.

-

Sie kennen Methoden, Differenzierungs- und Sozialformen sowie Medien und Hilfsmittel und setzen diese situationsangemessen und zielgruppenspezifisch ein.

-

Sie können ihr eigenes sowie beobachtetes Unterrichtshandeln unter Berücksichtigung förderschwerpunktspezifischer Gesichtspunkte beschreiben, begründen und reflektieren.

-

Sie kennen und erproben fallbezogene Maßnahmen zur individuellen Leistungsförderung und -bewertung und können diese anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie kennen und erproben didaktische und methodische Konzepte zur Förderung individueller Voraussetzungen für die Entwicklung mathematischer und schriftsprachlicher Kompetenzen sowie Interventionsmethoden bei Lese-, Rechtschreib- und Rechenstörungen (LRS und Dyskalkulie) und können diese anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie kennen und erproben didaktische und methodische Konzepte zum Erwerb mathematischer Kompetenzen und sind in der Lage, diese sowohl einzelfallbezogen als auch klassen- beziehungsweise gruppenspezifisch zu reflektieren.

-

Sie kennen und erproben didaktische und methodische Konzepte zum Schriftspracherwerb sowie zum weiterführenden Lesen und Schreiben und sind in der Lage, diese sowohl einzelfallbezogen als auch klassen- beziehungsweise gruppenspezifisch zu reflektieren.

-

Sie kennen und erproben didaktische und methodische Konzepte zum Sach- beziehungsweise natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht und sind in der Lage, diese sowohl einzelfallbezogen als auch klassen- beziehungsweise gruppenspezifisch zu reflektieren.

-

Sie kennen Konzepte zur Förderung der beruflichen Orientierung und Vorbereitung.

-

Sie kennen Konzepte zur Vorbereitung auf die Lebensbewältigung in benachteiligenden und beeinträchtigenden/behindernden Lebenskontexten.

-

Sie kennen Konzepte der Spielförderung, der musikalisch-rhythmischen Erziehung, des soziales Lernens, der Medien- und Freizeiterziehung, der Gesundheits- und Sexualerziehung, einschließlich Drogenprophylaxe und Gewaltprävention und sind in der Lage, diese sowohl einzelfallbezogen als auch klassen- beziehungsweise gruppenspezifisch zu reflektieren.

Diagnostischer Bereich

-

Sie kennen und erproben diagnostische Methoden und Verfahren einer Kind-Umfeld-Analyse und vermögen diese anwendungsbezogen zu reflektieren.

-

Sie können individuelle Förderkonzepte entwickeln und hierbei geeignete Evaluationsmethoden auswählen.

-

Sie können pädagogische Berichte und Gutachten für die Gestaltung und Begleitung von Entwicklungs- und Lernprozessen und für die Vorbereitung pädagogischer Entscheidungen erstellen, interpretieren und beurteilen.

-

Sie wissen um die Bedeutung der Diagnostik als kooperativer Prozess für die Analyse allgemeiner und spezifischer Lernvoraussetzungen und individueller Lernbedürfnisse.

-

Sie wissen um Wirkungsfaktoren struktureller Bedingungen für die Empfehlung des Lernortes.

-

Sie kennen das Konzept der Individuellen Lern- und Entwicklungsbegleitung (ILEB).

-

Sie kennen Grundlagen und Methoden der Lernprozess- und Lernstandsanalyse.

Psychologischer Bereich

-

Sie kennen Grundlagen der Sozialisation und Personalisation unter Berücksichtigung relevanter Theorien der Entwicklung, der Wahrnehmung und Kommunikation, der Sprache, des Lernens, Verhaltens, Erlebens und der Sozialisation.

-

Sie kennen das Spektrum emotionaler Dimensionen im Lernprozess und wissen um deren Bedeutung.

-

Sie kennen mögliche Ursachen und Erscheinungsformen von Lernschwierigkeiten, Förderbedarfen und können diese anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie wissen um die Möglichkeiten der Beeinflussung neurologischer, psychologischer, physiologischer und sozial verursachter Syndrome und kennen psychologisch begründete Interventionsmöglichkeiten.

-

Sie kennen psychologische Konzepte der Entwicklungsförderung, des Erziehens und Unterrichtens und können diese anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie kennen Konzepte pädagogisch-psychologischer Interventionen hinsichtlich heterogener Lerngruppen und förderschwerpunkt-spezifischen Notwendigkeiten und sind in der Lage, diese im Hinblick auf ihr eigenes pädagogisches Handeln zu reflektieren.

-

Sie kennen psychologische Grundlagen und Konzepte der Beratung in Arbeitsfeldern des Förderschwerpunkts.

-

Sie kennen Konzepte der Konfliktmoderation und -bewältigung in sonderpädagogischen Handlungsfeldern.

-

Sie wissen um kritische Lebensereignisse und Dimensionen ihrer Bewältigung.

Fachrichtung
emotionale und soziale Entwicklung

Die Absolventinnen und Absolventen verfügen über Kompetenzen in den folgenden Bereichen:

Pädagogischer Bereich

-

Sie können die Deskription, Benennung, Klassifikation und Entwicklung von Störungen im sozialen Verhalten und emotionalen Erleben vor dem Hintergrund anthropologischer, pädagogischer, medizinisch-biologischer, psychologischer und soziologischer Kenntnisse kritisch reflektieren.

-

Sie kennen historiografische Linien und Begründer wichtiger Konzepte für die Pädagogik bei Verhaltensstörungen und kennen die Strukturen und Konzepte pädagogischer Institutionen für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf im sozialen Verhalten und emotionalen Erleben.

-

Sie können unterschiedliche Schulkonzepte auf dem Hintergrund aktueller Impulse und Evaluationsergebnisse von Schulreformprojekten (zum Beispiel Modellversuch Sonderklassen E in Baden-Württemberg, Kleinklassen, Außenklassen, SPZ) analysieren und reflektieren.

-

Sie kennen sonderpädagogische Unterstützungssysteme und Kooperationsnetzwerke der inklusiven, integrierten und ambulanten schulischen Erziehungshilfe.

-

Sie kennen die unterschiedlichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten der verschiedenen Kooperationspartner im Netzwerk schulischer Erziehungshilfen.

-

Sie verfügen über Kenntnisse zu rechtlichen Grundlagen des Bildungssystems, des Berufsfeldes sowie der Sozialgesetzgebung insbesondere des Kinder und Jugendhilfegesetzes (KJHG).

-

Sie wissen um die Bedeutung der Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen sowie Vertreterinnen und Vertretern helfender Berufe, Experten und Fachdiensten im Sinne einer interdisziplinären, fallunabhängigen und einzelfallorientierten Zusammenarbeit und respektieren die unterschiedlichen Rollen und Verantwortlichkeiten der Kooperationspartner.

-

Sie kennen grundlegende (sonder-) pädagogische Konzepte, Erziehungstheorien und -maßnahmen.

-

Sie können ihr Selbst- und Fremdbild auf Grundlage ihrer eigenen biographischen Lern- und Lebenserfahrungen reflektieren und erkennen deren handlungsleitende Bedeutung.

-

Sie können eigene Grenzen und die der Schule erkennen und benennen.

-

Sie wissen um die Bedeutung und Modelle der professionellen Gestaltung von Nähe und Distanz, können diese umsetzen und anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie wissen bei der Beziehungsgestaltung zu Kindern und Jugendlichen und deren Eltern unterschiedliche kulturelle Hintergründe und Lebenslagen zu berücksichtigen.

-

Sie verfügen über Kenntnisse und Handlungsstrategien zur Krisenintervention und Konfliktbearbeitung (zum Beispiel Gewaltfreie Kommunikation, Mediation, konfrontative Pädagogik, Auszeitraum, »Arizona«, Deeskalationskonzepte).

-

Sie können Störungen des Unterrichts, Konflikte und Krisensituationen von Kindern/Jugendlichen aushalten, reflektieren und flexibel in sich häufig verändernden Unterrichts- und Erziehungssituationen handeln.

-

Sie kennen Beratungskonzepte und können diese gezielt, bedürfnis- und anlassorientiert in Beratungsgesprächen mit Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie Kolleginnen und Kollegen einsetzen.

-

Sie kennen Verfahren der kollegialen und professionellen Reflexion wie Situationsanalysen, Coaching, Supervision und wissen um deren Bedeutung.

-

Sie verfügen über förderschwerpunktbezogene forschungsmethodische Grundlagen zur Lehr-Lern-Forschung, Biografieforschung und zur Fremd- und Selbstevaluation an Schulen.

Didaktischer Bereich

-

Sie kennen grundlegende didaktische, fachdidaktische und förderschwerpunktbezogene Modelle und Konzepte als Grundlage einer theoriereflektierten Gestaltung von Unterricht.

-

Sie können Ergebnisse der förderschwerpunkt-bezogenen Bildungs-, Entwicklungs-, und Biografieforschung für die Gestaltung von Unterricht anwendungsbezogen nutzen und reflektieren.

-

Sie können Unterricht und Lernumgebungen vor dem Hintergrund der individuellen Lebenslagen und der Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen planen, gestalten und reflektieren und setzen dabei vielfältige Unterrichtsmethoden situations-, ziel- und inhaltsadäquat ein.

-

Sie können individuelle und durch Bildungsgänge vorgegebene Bildungsziele zusammenführen und daraus zielgruppenadäquate Unterrichtskonzepte insbesondere in den Bereichen Bewegung, Spiel und Sport, Musik und Darstellung sowie Arbeit und Technik entwickeln.

-

Sie können (sonder-) pädagogische Bildungs- und Erziehungsmaßnahmen unter Berücksichtigung von Heterogenität planen, durchführen und reflektieren.

-

Sie wissen um die Bedeutung von Qualitätsmerkmalen guten Unterrichts als Reflexionsgrundlage für die Gestaltung von Unterricht mit Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf im emotionalen Erleben und sozialen Verhalten.

-

Sie kennen förderschwerpunktbezogene Formen und Verfahren der Unterrichtsbeobachtung und -analyse, der Handlungsplanung sowie deren Dokumentation und Evaluation.

-

Sie gestalten soziale Konstellationen vor dem Hintergrund der spezifischen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen (von Einzel- bis hin zu Gruppensettings).

Diagnostischer Bereich

-

Sie kennen Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen diagnostischer Zugangsweisen im Hinblick auf emotionales Erleben und soziales Verhalten sowie deren Entwicklungsverläufe.

-

Sie kennen förderschwerpunktbezogene Testverfahren zur Beurteilung von Entwicklung, Verhalten und Leistung, können diese fall- und problemorientiert anwenden sowie kritisch reflektieren.

-

Sie können systematisch Informationen über die jeweiligen Lebenswelten und Lebenslagen im Sinne der Familiendiagnostik und Kind-Umfeld-Analyse erfassen.

-

Sie können fragestellungsbezogen geeignete Erhebungsinstrumente auswählen, fachgerecht einsetzen, Daten auswerten und interpretieren.

-

Sie können diagnostische Gutachten erstellen.

-

Sie können Diagnoseberichte und Gutachten kritisch beurteilen, daraus fachwissenschaftlich begründet Fördermaßnahmen ableiten und anwendungsbezogen reflektieren sowie für diese Maßnahmen Evaluationskonzepte entwickeln.

Psychologischer Bereich

-

Sie verfügen über Grundkenntnisse der Entwicklungspsychologie und Entwicklungspsychopathologie/psychische Erkrankungen.

-

Sie kennen Erscheinungsformen, Klassifikation und Verbreitung von Störungen im sozialen Verhalten und emotionalen Erleben.

-

Sie kennen biologisch-medizinische, psychologische und soziologische Erklärungsansätze zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Verhaltensauffälligkeiten.

-

Sie kennen Entstehungstheorien und Erscheinungsformen von Aggression und Gewalt.

-

Sie können Konfliktsituationen analysieren, beurteilen und bearbeiten sowie anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie verfügen über psychologische Kenntnisse zur Analyse und Intervention bei Ausnahme- und Krisensituationen (Traumatisierungen, therapeutische und traumapädagogische Interventionsmöglichkeiten).

-

Sie kennen relevante kommunikationstheoretische Modelle und wissen um Zusammenhänge zwischen Kommunikation, Erlebens- und Verhaltensweisen.

-

Sie können die unterschiedlichen Kommunikations- und Konfliktebenen wahrnehmen und trennen (Beziehungsebene, Sachebene, Appellebene, Selbstoffenbarungsebene).

Fachrichtung
Sprache

Die Absolventinnen und Absolventen verfügen über Kompetenzen in den folgenden Bereichen:

Pädagogischer Bereich

-

Sie haben ein professionelles Selbstverständnis auf der Basis anthropologischer, pädagogischer, historisch-systematischer, juristischer, organisatorischer, linguistischer, medizinischer, soziologischer und psychologischer Kenntnisse.

-

Sie kennen und unterscheiden Störungen der Sprache (des Sprachsystems, des Sprechens, der Rede, der Stimme und der Schriftsprache) von mehr- und einsprachigen Menschen sowie deren Bedingungshintergründe und können diese auf der Basis nationaler und internationaler Klassifikationssysteme kritisch einordnen.

-

Sie können ihr eigenes sprachlich-kommunikatives Handeln wahrnehmen und reflektieren.

-

Sie sind in der Lage, mögliche Konsequenzen von Sprachstörungen für Bildung, Erziehung, Prävention, Diagnostik und Therapie zu verstehen und zu reflektieren.

-

Sie kennen Aufgabenfelder und Organisationsformen in der Erziehung, Bildung, Therapie und Forschung für Menschen mit Sprachförderbedarf.

-

Sie wissen um die Bedeutung sozialer und fachlicher Netzwerke an Schulen für Sprachbehinderte und kennen Modelle und Konzepte der Zusammenarbeit mit Eltern.

-

Sie wissen um mögliche Schwierigkeiten und Gelingensfaktoren beim Erwerb der Zweitsprache Deutsch auf dem Hintergrund unterschiedlicher Erstsprachen und kultureller Bedingungen.

-

Sie wissen, wie verschiedene Erstsprachen in spezifischer Weise mit dem Erwerb der Zweitsprache interagieren.

Didaktischer Bereich

-

Sie können Unterrichtsinhalte und -methoden mit den allgemeinen und sprachspezifischen individuellen Lernausgangslagen verknüpfen und daraus ein individuell passendes Bildungsangebot, auch unter Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit, entwickeln.

-

Sie können ihr unterrichtliches und therapeutisches Handeln verknüpfen.

-

Sie kennen vielfältige fachspezifische Förder- und Therapiekonzeptionen, können diese in schulischen und außerschulischen Handlungsfeldern sowie im Elementarbereich diagnosegeleitet, der Situation angemessen und wissenschaftlich begründet einschätzen, anwendungsbezogen reflektieren und ausgewählte Konzeptionen anwenden.

-

Sie können ihr Handeln in inklusiven und interdisziplinären Kontexten dem individuellen Förderbedarf gemäß ausrichten, wissen um Modelle und Konzepte der Kooperation mit Fachpersonen, Betroffenen und Interessierten und können diese anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie können kritisch die Planung, Durchführung und Dokumentation eigener und beobachteter unterrichtlicher und therapeutischer Maßnahmen analysieren und reflektieren.

Diagnostischer Bereich

-

Sie wissen um die Zusammenhänge von Kommunikations- und Sprachstörungen im Bedingungsgefüge von Individuum und System und können diagnostische Prozesse auf dieser Grundlage theorie- und hypothesengeleitet planen, durchführen, auswerten, interpretieren, dokumentieren und reflektieren.

-

Sie kennen und beurteilen diagnostische Verfahren zur differenzierten Erfassung und Beschreibung von Fähigkeiten und Störungen in der gesprochenen und geschriebenen Sprache, können Verfahren fragestellungsbezogen auswählen und anwenden.

-

Sie können sprachtragende und sprachunterstützende Strukturen und Funktionen erfassen und beschreiben.

-

Sie können Diagnoseberichte und Gutachten kritisch beurteilen und daraus fachwissenschaftlich begründet Fördermaßnahmen ableiten.

-

Sie können sonderpädagogische Gutachten, Förderpläne und Förderberichte in Absprache mit allen Beteiligten erstellen.

-

Sie können die Ergebnisse diagnostischer Prozesse kontinuierlich und adressatenbezogen dokumentieren.

-

Sie können Konzepte entwickeln, um die Wirksamkeit sonderpädagogischer Maßnahmen zu evaluieren.

Psychologischer Bereich

-

Sie kennen besondere Entwicklungsgegebenheiten in Motorik, Wahrnehmung, Kognition, Emotion und Interaktion bei Menschen mit Sprachförderbedarf/Sprach- und Kommunikationsbehinderungen auf der Basis einschlägiger psychologischer Modelle.

-

Sie wissen um die Ursachen und Entstehungshintergründe der unterschiedlichen Formen von Sprachstörungen.

-

Sie kennen psychosoziale Folgeerscheinungen von Sprachstörungen für die Betroffenen und die Bezugssysteme und wissen, wie diese Erkenntnisse für die Gestaltung von institutionellen Settings zu nutzen sind.

-

Sie kennen unterschiedliche Modelle der Gesprächsführung, Beratung und Moderation und können diese fachwissenschaftlich reflektieren und auf einzelne Kinder und Jugendliche bezogen, der Situation angemessen, anwenden und dokumentieren.

-

Sie können nationale und internationale Forschungsarbeiten zu Sprach- und Kommunikationsstörungen im Sinne der evidenzbasierten Praxis recherchieren, analysieren, bewerten und für die Erstellung von Förderkonzeptionen nutzen.

-

Sie sind in der Lage, auch auf der Basis grundlegender methodologischer Kenntnisse, wissenschaftlich zu argumentieren und aus fachspezifischer Sicht ihr sonderpädagogisches Handeln zu reflektieren.

Fachrichtung
geistige Entwicklung

Die Absolventinnen und Absolventen verfügen über Kompetenzen in den folgenden Bereichen:

Pädagogischer Bereich

-

Sie kennen grundlegende Begriffe, forschungsbasierte Theorien und Modelle der Bildung, Erziehung, Förderung, Pflege und Therapie von Menschen mit geistiger Behinderung im Kontext heterogener Gruppen und im internationalen Vergleich.

-

Sie kennen Theorien zur (vergleichenden) Historie, Ethik, Anthropologie inklusive Forschungsbereiche und Forschungsmethoden der (Geistigbehinderten-) Pädagogik als Grundlagen für den Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit geistiger Behinderung.

-

Sie kennen Theorien zur Bildung, Erziehung und Förderung unter dem Aspekt der Integration/Kooperation in unterschiedlichen Lebensphasen, in verschiedenen Institutionen und Dimensionen des Lebens: Frühförderung, Kindergarten, Schule, Tätigkeit, Beruf, Wohnen, Freizeit, Erwachsensein, Begleitung im Alter.

-

Sie kennen Erscheinungsformen und Ausgangsbedingungen von geistiger Behinderung im Kontext gesellschaftlicher Lebensfelder, von Sozialisations-, Lern- und Entwicklungsprozessen.

-

Sie kennen soziale Netzwerke im Kontext der Schule für Geistigbehinderte sowie der Zusammenarbeit mit allgemeinen Schulen.

-

Sie kennen Sonderschulen sowie Dienste und Einrichtungen aus dem Bereich der Hilfen und Rehabilitation für Menschen mit Behinderung.

-

Sie kennen die Grundstrukturen der Schulen für Geistigbehinderte, deren Stufen und spezifische Profile und wissen um die spezifische Herausforderung des Berufsbildes und die diversen berufsbezogenen Rollen in den vielfältigen Bezugssystemen der Schule für Geistigbehinderte.

-

Sie verfügen über Kenntnisse zu Aufbau und Gestaltung des Schul- und Bildungssystems der Schule für Geistigbehinderte.

-

Sie kennen verschiedene Modelle und Konzepte der Beratung, der Mediation und Supervision an der Schule für Geistigbehinderte.

-

Sie verfügen über Wissen zum Zusammenhang von Selbst- und Fremdverstehensprozessen im Kontext der Bildung, Erziehung und Förderung von Menschen mit (schwerer) Behinderung.

-

Sie kennen Möglichkeiten für den Umgang mit Belastungssituationen und Grenzen des Erreichbaren.

-

Sie verfügen über Wissen zum professionellen Umgang mit körperlicher Nähe, Begegnung und Beziehungsgestaltung.

-

Sie kennen Konzepte zur individuellen Teilhabe- und Zukunftsplanung für Menschen mit geistiger Behinderung.

-

Sie kennen Konzepte und Modelle der Gestaltung des Schullebens bei Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung und können diese anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie haben Kenntnisse zur Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit (zum Beispiel Internetauftritt) der Schule für Geistigbehinderte.

-

Sie kennen Grundlagen der Diagnostik und Gestaltung des sozialen Lebensraums (»Raumbeschaffenheit«) in und außerhalb der Schule für Geistigbehinderte.

-

Sie kennen die Einrichtung der Schüler-Mitverwaltung (SMV) an der Schule für Geistigbehinderte.

-

Sie wissen um besondere Lebenssituationen bei Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung und um die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Eltern und anderer am Erziehungsprozess Beteiligter.

Didaktischer Bereich

-

Sie kennen didaktische Theorien und deren Umsetzungsmöglichkeiten in ausgewählten Bildungsbereichen für den Unterricht in heterogenen Gruppen: Sprache-Deutsch; Mathematik; Natur, Umwelt, Technik; Musik, Bildende und Darstellende Kunst; Bewegung; Mensch in der Gesellschaft; Selbständige Lebensführung und Religionslehre im Kontext von handlungs- und projektorientiertem Unterricht.

-

Sie kennen Theorien und Anwendungsmöglichkeiten von Konzepten der Therapie, Pflege, Bewegung, Beschäftigung, Lebenspraxis und Sozialverhalten, Kommunikation, Sprache sowie deren Integration in den Unterricht.

-

Sie kennen Konzepte zum gemeinsamen Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit und ohne geistige Behinderung.

-

Sie kennen Konzepte für Teamteaching und interprofessionelle Arbeitsteilung sowie zum Kompetenztransfer.

-

Sie verfügen über Kenntnisse zu Lehr-/Lernprozessen, individuellen Lern- und Entwicklungsbedingungen sowie Aneignungsmöglichkeiten bei Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung.

-

Sie kennen Konzepte und Formen der individuellen Leistungsbeurteilung und des individuellen Feedbacks bei Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung.

-

Sie verfügen über Kenntnisse zur Durchführung individueller Erziehungs- und Förderplanung an der Schule für Geistigbehinderte.

-

Sie wissen Schülerinnen und Schüler mit geistiger Behinderung auf das nachschulische Leben (Übergang Schule - Beruf, Wohnen, Freizeit, Leben in der Gemeinde etc.) vorzubereiten.

Diagnostischer Bereich

-

Sie verfügen über Wissen zur theorie- und hypothesengeleiteten Planung, Durchführung, Auswertung, Interpretation und Dokumentation förderdiagnostischer Prozesse.

-

Sie kennen Konzepte für die Verhaltens- und Kommunikationsdiagnostik an der Schule für Geistigbehinderte.

-

Sie kennen förderschwerpunktbezogene Formen und Verfahren der Beobachtung, können diese einsetzen und anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie kennen diagnostische Methoden und Verfahren der Kind-Umfeld-Analyse, können diese einsetzen und anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie kennen standardisierte (formelle) und nichtstandardisierte (informelle) Verfahren, deren Modifikationsmöglichkeiten für Menschen mit geistiger Behinderung sowie unterschiedliche diagnostische Modellvorstellungen.

-

Sie können durch Verfahren der Diagnostik gewonnene Ergebnisse auswerten, interpretieren und daraus Förderziele ableiten.

Psychologischer Bereich

-

Sie kennen Lebens- und Erlebensdimensionen von Menschen mit geistiger Behinderung: Identität, Abhängigkeit, Gewalterfahrung, Sexualität, Partnerschaft und Elternschaft, Sterben, Tod.

-

Sie kennen Aspekte der Entwicklungs-, Persönlichkeits- und Sozialpsychologie in ihrer Bedeutung für das Verständnis der Lebenswirklichkeit von Menschen mit geistiger Behinderung.

-

Sie kennen spezifische individuelle, familiäre, soziale und gesellschaftliche Entwicklungsbedingungen.

-

Sie kennen Möglichkeiten einer gelingenden adressatenbezogenen Kommunikation und Formen zur Dokumentation.

-

Sie kennen Beschreibungs- und Analyseformen der Lebenswelt von Menschen mit geistiger Behinderung, welche hinsichtlich der Aspekte: Verstehen der Lebenssituation und Eröffnen von Lebensperspektiven, Aufschluss geben.

-

Sie verfügen über Wissen zum Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten in ihrem jeweiligen Kontext (Genese, Diagnostik, Intervention).

Fachrichtung
körperliche und motorische Entwicklung

Die Absolventinnen und Absolventen verfügen über Kompetenzen in den folgenden Bereichen:

Pädagogischer Bereich

-

Sie wissen um die Bedeutung der Bildung für körperbehinderte und von einer Körperbehinderung bedrohte Kinder und Jugendliche und können grundlegende Aspekte der Bildung und Erziehung körperbehinderter Menschen in historischer und vergleichender Perspektive reflektieren.

-

Sie können die Fragen von persönlicher Aktivität und gesellschaftlicher Teilhabe bei Schülerinnen und Schüler mit Körperbehinderung reflektieren.

-

Sie haben fundierte Kenntnisse in den Bereichen Bewegung und Sprache und wissen um entsprechende Auswirkungen unterschiedlicher Schädigungsformen.

-

Sie können pädagogische und ethische Fragestellungen bei schwerster Behinderung und begrenzter Lebenserwartung reflektieren.

-

Sie wissen um Merkmale, Möglichkeiten und Wirkungen der pädagogischen Beziehung unter körperbehindertenpädagogischen Gesichtspunkten.

-

Sie wissen um die Zusammenhänge zwischen einer veränderten motorischen Entwicklung, der Entwicklung der Persönlichkeitsbereiche, dem schulischen Lernen und spezieller Bildungsbedürfnisse.

-

Sie vermögen ihre pädagogischen Grundhaltungen auf der Basis eigener biographischer Lern- und Lebenserfahrungen bezogen auf Schule und Unterricht bei Kindern und Jugendlichen mit Körperbehinderung zu reflektieren.

-

Sie können die eigenen Kriterien für die Berufswahl zur Sonderpädagogin/zum Sonderpädagogen für körperbehinderte Schülerinnen und Schüler reflektieren und wissen um die spezifischen Herausforderungen des Berufsbildes und die verschiedenen berufsbezogenen Rollen in den vielfältigen Bezugssystemen der Schule für Körperbehinderte.

-

Sie wissen um die spezifische Bedeutung der Frühförderung und Elementarerziehung körperbehinderter Kinder.

-

Sie vermögen besondere Lebenssituationen von Eltern körperbehinderter Kinder wahrzunehmen und ihr eigenes Handeln dahingehend zu reflektieren.

-

Sie wissen um Bedeutung, Formen, Inhalte und mögliche Probleme der Kooperation mit Eltern im Aufgabenbereich der Schule für Körperbehinderte und können ihr eigenes Handeln im Hinblick auf die Notwendigkeit des Einbezugs der Eltern als gleichwertige Partner im Erziehungsprozess reflektieren.

-

Sie wissen um die Möglichkeiten und Grenzen inklusiver Beschulung von Schülern mit Körperbehinderung und können diesen Anspruch an die berufliche Tätigkeit eines Sonderpädagogen reflektieren.

-

Sie kennen die Grundstrukturen der Schulen für Körperbehinderte, deren Stufen und spezifischen Profile sowie die Strukturen der allgemeinen Schulen.

-

Sie wissen um die Bedeutung der Gestaltungsmöglichkeiten des Schullebens und des außerschulischen Umfeldes im Hinblick auf die Lern- und Lebensbedürfnisse körperbehinderter Schülerinnen und Schüler.

-

Sie kennen Unterstützungssysteme für Menschen mit Körperbehinderung und deren Angehörige und wissen um entsprechende Netzwerkaufgaben.

Didaktischer Bereich

-

Sie kennen didaktische Konzepte, Realisierungsmöglichkeiten und Methoden des Unterrichts in heterogenen Lerngruppen (bildungsplanübergreifend und zieldifferent) im Aufgabenfeld der Schule für Körperbehinderte und wenden diese an.

-

Sie verfügen über inklusions- und integrationsdidaktische Kenntnisse in Bezug auf körperbehinderte Schülerinnen und Schüler.

-

Sie wissen um die grundlegende Bedeutung der menschlichen Bewegung, kennen wesentliche bewegungstherapeutische Konzepte und sind in der Lage, die Notwendigkeit und Bedeutung einer integrierten Bewegungsförderung zu reflektieren.

-

Sie wissen um die Bedeutung und Einsatzmöglichkeiten alternativer Kommunikationsformen bei Kindern ohne expressive Lautsprache wie beispielsweise Gebärden, grafische Symbole und elektronische Kommunikationshilfen.

-

Sie können didaktische Analysen unter Berücksichtigung der jeweiligen Bezugsbildungspläne, der individuellen Lebenswirklichkeit, der individuellen Bildungsbedürfnisse, der individuellen Lernausgangslage und der persönlichen Interessen der körperbehinderten Schülerinnen und Schüler erstellen und reflektieren.

-

Sie kennen allgemeine und spezifische didaktische Modelle, wissen um körperbehindertenpädagogische Prinzipien und sind in der Lage, daraus Konsequenzen für die Durchführung von Unterricht abzuleiten.

-

Sie kennen allgemeine und spezifische Förder- und Therapiekonzepte, können deren Einsatzmöglichkeiten in (vor-)schulischen und außerschulischen Handlungsfeldern diagnosegeleitet einschätzen sowie anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie kennen Dokumentationsformen der individuellen Bildungsplanung und können diese in den Prozess der individuellen Lern- und Entwicklungsbegleitung von Kindern und Jugendlichen mit Körperbehinderung einordnen.

-

Sie können die speziellen Anforderungen didaktischer Materialien und ihre In-Bezug-Setzung zu den Zonen der aktuellen Leistungen und nächsten Entwicklung eines körperbehinderten Kindes oder Jugendlichen analysieren.

-

Sie wissen um die Notwendigkeit und besitzen Grundkenntnisse der Aufgaben, Inhalte und Formen interdisziplinärer Kooperation im Aufgabenbereich der Schule für Körperbehinderte.

-

Sie kennen Grundlagen und Formen des Team-Teaching und können diese anwendungsbezogen reflektieren.

Diagnostischer Bereich

-

Sie können Diagnostik im Spannungsfeld zwischen der Individualität des körperbehinderten Kindes und dem Kontext seines sozialen Umfeldes (Kind-Umfeld-Analyse) reflektieren.

-

Sie verfügen über Kenntnisse diagnostischer Methoden und ihrer spezifischen Einschränkungen in der Körperbehindertenpädagogik.

-

Sie haben ein breites Fundament an Kenntnissen zur Diagnostik schulischer und kognitiver Lernvoraussetzungen sowie zu Grundlagen der Beurteilung des individuellen Entwicklungsverlaufs bei Kindern und Jugendlichen mit Körperbehinderung.

-

Sie können diagnostische Fragestellungen im Aufgabenfeld der Körperbehindertenpädagogik formulieren, hypothesengeleitet entsprechende Instrumente der Diagnostik anwenden, im Gutachten dokumentieren und daraus geeignete Fördermaßnahmen ableiten.

Psychologischer Bereich

-

Sie verfügen über ein Basiswissen zur Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie im Kontext einer körperlichen Schädigung.

-

Sie kennen mögliche Ursachen und Zusammenhänge eines spezifischen Lernverhaltens bei körperbehinderten Schülerinnen und Schülern und können notwendige Konsequenzen für Unterricht, Erziehung und Bildung einschätzen.

-

Sie verfügen über ein Basiswissen zu sozialpsychologischen Konzepten bezüglich der Einstellung und des Verhaltens gegenüber körperbehinderten Menschen.

-

Sie wissen um die psychologischen Aspekte chronischer und progredienter Erkrankungen und können pädagogisch-psychologische Handlungsmöglichkeiten bei begrenzter Lebenserwartung und Tod reflektieren.

-

Sie kennen Modelle der Kommunikation und Gesprächsführung und übertragen diese auf Beratungssituationen in den Arbeitsfeldern der Körperbehindertenpädagogik.

Fachrichtung
Hören

Die Absolventinnen und Absolventen verfügen über Kompetenzen in den folgenden Bereichen:

Pädagogischer Bereich

-

Sie können pädagogische Theorien im Kontext von Bildungsprozessen bei Menschen mit und ohne Hörschädigung diskutieren, die eigene Position theoretisch begründen und in aktuelle Diskussionen einordnen.

-

Sie können die spezifische Bedeutung von pädagogischen Theorien in Bezug auf konkrete Bildungsangebote und Bildungsorte reflektieren.

-

Sie vermögen ihre eigene Rolle im Bildungsprozess Hörgeschädigter zu reflektieren.

-

Sie wissen um die hohe Diversität und Heterogenität der Gruppe von Menschen mit einer Hörschädigung und können darauf hörgeschädigtenspezifische Antworten formulieren.

-

Sie wissen, wie sich zum Beispiel bei Menschen mit Migrationshintergrund oder einer Mehrfachbehinderung etc. die Hörschädigung kumulativ erschwerend auswirken kann.

-

Sie wissen um den barrierefreien Zugang zu Bildungsprozessen für Menschen mit einer Hörschädigung.

-

Sie wissen um die zentrale Bedeutung von Beziehungen in Bildungsprozessen, um dialogische Prozesse aller daran Beteiligten zu gestalten.

Didaktischer Bereich

-

Sie kennen historische und aktuelle Konzepte des Lehrens und Lernens von Kindern und Jugendlichen mit einer Hörschädigung.

-

Sie kennen Aufbau, Technologie, Funktion und Einsatzmöglichkeiten von elektroakustischen Hörsystemen.

-

Sie können die Hörtechnik überprüfen und ihre Effizienz beurteilen.

-

Sie wissen um die Entwicklung des Hörens, des Laut-, Schrift- und Gebärdenspracherwerbs von Menschen mit einer Hörschädigung.

-

Sie wissen um die zentrale Bedeutung des reflektierten Einsatzes von Sprache.

-

Sie können Lernvoraussetzungen und Lernbedürfnisse im Dialog mit allen am Bildungsprozess Beteiligten reflektieren und darauf aufbauend individuelle hörgeschädigtenspezifische Bildungsangebote ableiten und eine entsprechende Bildungsumgebung schaffen mit dem Ziel der Aktivität und Teilhabe.

-

Sie können die individuellen Erkenntnisse der Pädagogischen Audiologie für die Gestaltung von Bildungsprozessen nutzbar machen.

-

Sie können Planung, Gestaltung, Analyse und Reflektion von Bildungsprozessen auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Hörschädigung beziehen.

-

Sie verfügen über Kenntnisse in gebärdensprachlicher Kommunikation und vermögen diese anzuwenden.

Diagnostischer Bereich

-

Sie verfügen über fundierte Grundlagen diagnostischen Handelns und sind in der Lage, einen diagnostischen Prozess für Menschen mit einer Hörschädigung zu gestalten und zu evaluieren.

-

Sie kennen verschiedene diagnostische Verfahren zur Klärung spezifischer Fragestellungen, insbesondere aus den Bereichen des Hörens, der Sprache, der Dialogik und des Lernens und sind in der Lage diese anzuwenden.

-

Sie können die Hörfähigkeit von Menschen mit einer Hörschädigung ermitteln und beurteilen.

-

Sie wissen um Fragestellungen bei Menschen mit Hörschädigung im Bedingungsgefüge von Individuum und System.

Psychologischer Bereich

-

Sie kennen psychologische Theorien der Entwicklung und können diese in ihrer Bedeutsamkeit für Menschen mit einer Hörschädigung reflektieren.

-

Sie kennen mögliche Risiken, Gefährdungen und daraus resultierende Benachteiligungen der psychosozialen Entwicklung im Zusammenhang mit Hörschädigung.

-

Sie können Präventions- und Interventionsmaßnahmen diskutieren und reflektieren.

-

Sie kennen Kriterien für das Gelingen von Beratungs- und Begleitprozessen bei Menschen mit einer Hörschädigung in unterschiedlichen Handlungsfeldern.

-

Sie können die Lebenswirklichkeit(en) erwachsener Menschen mit einer Hörschädigung für die Gestaltung von Bildungsprozessen reflektieren.

-

Sie kennen wissenschaftliche Forschungsmethoden und können sie bei hörgeschädigten-spezifischen Fragestellungen anwenden (rezeptiv und aktiv).

Fachrichtung
Lernen bei Blindheit und Sehbehinderung

Die Absolventinnen und Absolventen verfügen - entsprechend dem gewählten Studienschwerpunkt - über Kompetenzen in den folgenden Bereichen:

Pädagogischer Bereich

-

Sie kennen die historische Entwicklung der Blindenfürsorge, der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik und der schulischen Bildung blinder und sehbehinderter Menschen.

-

Sie können nationale und internationale pädagogische Forschungsarbeiten zu Blindheit und Sehbehinderung analysieren, bewerten und anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie kennen wesentliche Konzepte, Methoden und Maßnahmen zur Förderung blinder und sehbehinderter Säuglinge, Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener, können diese anwendungsbezogen reflektieren und darüber berichten.

-

Sie wissen um die Vielfalt elementarer und schulischer Bildungsmöglichkeiten für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche.

-

Sie kennen spezifische Curricula für Blinde und Sehbehinderte und können diese mit den Bezugscurricula der verschiedenen Bildungsgänge verknüpfen.

-

Sie kennen Systeme und Strukturen integrierter beziehungsweise inklusiver Bildungs- und Beschulungsformen und dahingehende Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten unter blinden- und sehbehindertenspezifischen Aspekten.

-

Sie kennen Berufsbilder für blinde Menschen, wissen um Voraussetzungen und Möglichkeiten der Berufsausbildung blinder und sehbeeinträchtigter Menschen.

-

Sie wissen um nicht-spezifische Berufsmöglichkeiten in Abhängigkeit vom individuellen Sehvermögen.

-

Sie kennen blinden- und sehbehindertengerechte Unterstützungssysteme im beruflichen Bereich.

-

Sie kennen Selbsthilfeorganisationen blinder und sehbehinderter Menschen.

-

Sie können ihre eigene Rolle im Bildungsprozess blinder und sehbehinderter Menschen reflektieren.

-

Sie kennen die Auswirkungen verschiedener Augenkrankheiten auf das funktionale Sehvermögen und auf den Unterstützungsbedarf.

-

Sie kennen Erscheinungsformen visueller Wahrnehmungsstörungen und deren Auswirkungen auf das funktionale Sehvermögen sowie auf den Unterstützungsbedarf.

-

Sie wissen um die Erlebensvielfalt und individuelle Unterschiedlichkeit hinsichtlich Wahrnehmungs- und Verarbeitungsprozessen bei blinden und sehbehinderten Menschen und können darauf spezifische sonderpädagogische Antworten formulieren.

-

Sie wissen, wie sich bei Menschen mit einer weiteren Behinderung/Mehrfachbehinderung Blindheit oder Sehbehinderung kumulativ erschwerend auswirken kann.

-

Sie kennen spezifische Auswirkungen von Blindheit und Sehbehinderung insbesondere auf die Bereiche Motorik, Wahrnehmung und Begriffsbildung sowie entsprechende Fördermaßnahmen.

-

Sie kennen blinden- und sehbehinderten-spezifische Konzepte zur Förderung sozialer und personaler Kompetenzen (zum Beispiel in den Bereichen: Orientierung und Mobilität, Lebenspraktische Fähigkeiten) und können sie im Hinblick auf Aktivität und Teilhabe einschätzen und anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie kennen Möglichkeiten, Bildungsprozesse für blinde und sehbehinderte Menschen barrierefrei zu gestalten.

Didaktischer Bereich

-

Sie kennen blinden- und sehbehinderten-spezifische didaktische Konzepte und Umsetzungsmöglichkeiten für mathematische, sachkundliche und schriftsprachliche Lernprozesse.

-

Sie kennen Blindenschriftsysteme und deren Vermittlung.

-

Sie kennen Low Vision Konzepte und deren Vermittlung.

-

Sie kennen Medien und Verfahren aus dem Bereich der blinden- und sehbehinderten-spezifischen Informationstechnologie und können deren didaktische Möglichkeiten und Grenzen anwendungsbezogen reflektieren.

-

Sie kennen Grundsätze, Methoden und Verfahren zur Herstellung blinden- und sehbehindertenspezifischer Lehrmittel.

-

Sie können die Passung vorhandener Lehrmittel auf das individuelle Seh- und Tastvermögen der Schülerinnen und Schüler einschätzen, überprüfen und bei Bedarf adaptieren.

-

Sie kennen Möglichkeiten der spezifischen Unterstützung der Übergänge Kindergarten-Schule sowie Schule-Beruf bei blinden und sehbehinderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

-

Sie wissen um die grundlegende Bedeutung der menschlichen Wahrnehmung, kennen wesentliche Konzepte der Wahrnehmungsförderung und sind in der Lage, die Notwendigkeit und Bedeutung einer integrierten Wahrnehmungsförderung zu reflektieren.

-

Sie kennen Grundlagen von bewegungsfördernden Therapiekonzepten und deren Einsatzmöglichkeiten, insbesondere für die Gruppe der mehrfachbehinderten blinden und sehbehinderten Menschen.

-

Sie wissen um besondere Bedürfnisse bei der Erziehung und Förderung blinder und sehbehinderter Kinder in allen Altersstufen.

-

Sie wissen um die grundlegende Besonderheit der Begriffsbildung bei blinden und sehbehinderten Kindern und kennen spezifische Umsetzungsmöglichkeiten.

-

Sie wissen um die Bedeutung des aktiven Lernens und kennen spezifische Einlösungsmöglichkeiten.

-

Sie verfügen über inklusions- und integrationsdidaktische Kenntnisse in Bezug auf blinde und sehbehinderte Schülerinnen und Schüler und sind in der Lage diese anwendungsbezogen zu reflektieren.

-

Sie wissen um die Notwendigkeit interdisziplinärer Kooperation im Kontext der Förderung (mehrfachbehinderter) blinder und sehbehinderter Menschen.

-

Sie kennen Aufbau, Technologie, Funktion und Einsatzmöglichkeiten von optischen und elektronischen Hilfsmitteln und können ihre Effizienz beurteilen.

-

Sie können individuelle Ergebnisse der ophthalmologischen Diagnostik interpretieren, mit der Diagnostik des funktionalen Sehens abgleichen und daraus Konsequenzen für die Unterrichtsgestaltung ziehen.

-

Sie können Planung, Gestaltung, Analyse und Reflexion von Bildungsprozessen auf die besonderen Bedürfnisse von blinden und sehbehinderten Menschen beziehen.

Diagnostischer Bereich

-

Sie verfügen über testtheoretisches Grundlagenwissen und können dieses im Rahmen der Individualdiagnostik von blinden und sehbehinderten Kindern anwenden.

-

Sie kennen Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes verschiedener nicht-spezifischer Beobachtungs- und Testverfahren bei blinden und sehbehinderten Menschen sowie entsprechende Adaptationsmöglichkeiten und können diese auf der Grundlage eigener Erprobungen reflektieren.

-

Sie kennen verschiedene blinden- und sehbehinderten-spezifische Beobachtungs- und Testverfahren und können sie auf der Grundlage eigener Erprobungen reflektieren.

-

Sie können das funktionale Sehvermögen ermitteln und beurteilen.

-

Sie wissen um die Bedeutung und Wechselwirkung von räumlich-dinglichen, sozialen und personenbezogenen Bedingungsfaktoren für die individuelle Merkmalsausprägung bei blinden und sehbehinderten Menschen und berücksichtigen diese im diagnostischen Prozess.

-

Sie können eine diagnostische Fragestellung formulieren, im Hinblick auf blinde und sehbehinderte Menschen adäquat operationalisieren, die erhobenen Daten auswerten und interpretieren sowie daraus individuelle Maßnahmen ableiten.

-

Sie können diagnostische Gutachten erstellen, interpretieren und beurteilen.

-

Sie kennen Konzepte der individuellen Förderplanung für blinde und sehbehinderte Menschen.

Psychologischer Bereich

-

Sie kennen Entwicklungsverläufe und -besonderheiten bei blinden und sehbehinderten Menschen über die Lebensspanne hinweg und kennen Konzepte der psychologisch-pädagogischen Begleitung zum Beispiel Intervention.

-

Sie kennen psychologische Besonderheiten und Risiken im sozialen Kontext bei Blindheit und Sehbehinderung sowie entsprechende Interventionsmöglichkeiten.

-

Sie kennen wahrnehmungspsychologische Besonderheiten blinder und sehbehinderter Menschen, deren Bedeutung für Schule, Beruf und Alltag sowie entsprechende Interventionsmöglichkeiten.

-

Sie kennen motivationspsychologische Aspekte bei Blindheit und Sehbehinderung sowie entsprechende Interventionsmöglichkeiten.

-

Sie kennen Modelle und Konzepte zur Beratung von Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie in diesem Feld tätigen Lehrkräften unter blinden- und sehbehindertenspezifischen Aspekten.

-

Sie verfügen über grundlegende Kenntnisse des empirischen Arbeitens und können diese auf psychologische Fragestellungen im Kontext von Blindheit und Sehbehinderung anwenden.

-

Sie können nationale und internationale psychologische Forschungsarbeiten zu Blindheit und Sehbehinderung analysieren, bewerten und anwendungsbezogen reflektieren.


 


Abkürzung Fundstelle Diesen Link können Sie kopieren und verwenden, wenn Sie genau dieses Dokument verlinken möchten:
https://gelbe-sammlung.kultus-bw.de/jportal/?quelle=jlink&docid=jlr-SoSchulLehr1StPrOBW2011pAnlage&psml=sammlung.psml&max=true&bs=21

Abkürzung Fundstelle Diesen Link können Sie kopieren und verwenden, wenn Sie immer auf die gültige Fassung der Vorschrift verlinken möchten:
https://gelbe-sammlung.kultus-bw.de/jportal/?quelle=jlink&query=SoSchulLehr1StPrO+BW+Anlage&psml=sammlung.psml&max=true&bs=21


zurück Dokument 10 von 58 weiter